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Anstieg der Inobhutnahmen: Jugendamt in Münster sendet Hilferuf

Das Jugendamt in Münster verzeichnet einen drastischen Anstieg der Inobhutnahmen seit 2020. Mit steigenden Zahlen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und Herausforderungen wie Fachkräftemangel wird die Situation immer kritischer.
Foto: Ulrike Mai auf Pixabay

Notrufe beim Jugendamt: Krisensituationen nehmen zu

In Münster sind die Notrufe beim Jugendamt alarmierend gestiegen, wobei sie sich insbesondere zu ungewöhnlichen Zeiten wie nachts oder an Feiertagen häufen. Diese Anrufe signalisieren oft dringende Krisensituationen, in denen Kinder und Jugendliche unverzüglich in Obhut genommen werden müssen. Für die Mitarbeiter des Jugendamtes bedeutet dies, ständig in Alarmbereitschaft zu sein und rasch handeln zu müssen, was emotional und logistisch herausfordernd ist. Das Jugendamt Münster hat kürzlich Besorgnis über diese Entwicklung zum Ausdruck gebracht.

Besorgniserregende Zahlen: Drastischer Anstieg seit 2020

Die Statistiken zeigen einen beunruhigenden Trend, der auf tiefgreifende soziale und strukturelle Probleme hinweist. Im Jahr 2020 wurden 142 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Doch nur zwei Jahre später, 2022, ist diese Zahl auf 188 angestiegen. Dies stellt eine signifikante Zunahme in so kurzer Zeit dar. Noch alarmierender ist der Anstieg der vorübergehenden Inobhutnahmen: 99 Minderjährige mussten im letzten Jahr allein aus akuten Krisensituationen heraus betreut werden. Dies entspricht einer Verdreifachung im Vergleich zu 2020.

Mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Münster

Die Anzahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMA) in Münster hat ebenfalls zugenommen. Zwischen 2020 und 2022 stieg ihre Zahl von 25 auf 43. Diese Kinder und Jugendlichen verbleiben oft länger in den Erstaufnahmeeinrichtungen, da es an Folgeunterkünften mangelt.

Herausforderungen in der Jugendhilfe: Fachkräftemangel und Wohnraummangel

Ein wesentlicher Grund für die angespannte Situation in Münster ist der akute Mangel an Fachkräften in den Jugendhilfeeinrichtungen. Dieser Fachkräftemangel führt zu Engpässen in der Betreuung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen. Hinzu kommt der allgemeine Wohnraummangel in der Stadt, der es schwierig macht, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Infolgedessen sind die Kosten für die Betreuung und Unterbringung dieser Zielgruppe in den letzten zwei Jahren nahezu dreimal so hoch geworden.

Unterbringung junger Flüchtlinge: Zahlen erreichen Höchststand von 2015

Die aktuellen Zahlen zur Unterbringung junger Flüchtlinge ähneln denen des Flüchtlingshöhepunktes im Jahr 2015. Nach einem Rückgang der Zahlen ab 2017 wurden einige Unterbringungsplätze reduziert, die nun dringend benötigt werden.