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Finanzielle Herausforderungen in Münster: Ein Blick auf den Haushalt und die Schuldenlage

Das Rathaus der Stadt Münster.
Foto: Erich Westendarp

Einblicke in Münsters Finanzsituation

Wenn du einen tieferen Einblick in die finanzielle Lage der Stadt Münster erhalten möchtest, stehen dir zwei Dokumente zur Verfügung: der Haushalt 2024 mit seinen 1105 Seiten oder der kompaktere „Schulden- und Liquiditätsbericht“ mit neun Seiten. Beide Dokumente bieten aufschlussreiche Informationen über die finanzielle Situation der Stadt.

Schuldenstand und Investitionsprogramm

Ende 2022 belief sich der städtische Schuldenstand auf 907 Millionen Euro. Ein bemerkenswerter Punkt im Bericht ist die Aussage, dass das umfangreiche Investitionsprogramm bei vollständiger Umsetzung eine deutlich höhere Verschuldung zur Folge gehabt hätte.

Verzögerte Projekte: Fluch oder Segen?

Die schleppende Realisierung städtischer Projekte wie Schulen, Radwege oder Kitas mag die Öffentlichkeit frustrieren, doch für die Kämmerei stellt dies eine finanzielle Entlastung dar. Würden alle Projekte kurzfristig umgesetzt, könnte dies die Stadt finanziell überfordern.

Investitionen und Kreditbeschaffung

Die Stadtkämmerin Christine Zeller hat einen Investitionstopf von 870 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre vorgesehen. Diese Mittel sollen auch für städtische Anteile am Preußenstadion und Musik-Campus verwendet werden. Die Beschaffung von Krediten für Investitionen stellt für die Stadt kein Problem dar, da hierdurch Werte geschaffen werden, die als Sicherheit dienen können.

Folgekosten und finanzielle Engpässe

Nach der Ausgabe der 870 Millionen Euro muss die Kämmerei jährliche Folgekosten von 45 Millionen Euro für Abschreibungen, Finanzierungs- und Unterhaltungskosten tragen. Diese Kosten werden im Haushalt verbucht, wo auch die Personal- und Sozialausgaben angesiedelt sind, was die finanzielle Lage zusätzlich erschwert.

Die Zukunft der Finanzen in Münster

Trotz der finanziellen Herausforderungen bleibt Münster bis 2025 eine vermögende Stadt. Doch ab 2026 könnte die finanzielle Situation kritisch werden, wenn das rechnerisch ermittelte Vermögen der Stadt schrumpft. Die Kämmerin weist darauf hin, dass in den steuerstarken Jahren kein ausreichendes Eigenkapital aufgebaut wurde, was die Stadt in eine prekäre Lage bringen könnte.

Investitionsprojekte und politische Perspektiven

Aktuell werden immer mehr Investitionsprojekte in die Planungspipeline gesteckt, obwohl absehbar ist, dass Münster seinen Status als finanzstarke Kommune einbüßen wird. Die Diskussion um das Krisenjahr 2026 scheint im aktuellen politischen Diskurs noch keine Rolle zu spielen, möglicherweise weil es erst nach der nächsten Kommunalwahl liegt.