Suche
Close this search box.
Das Logo von Münster Aktuell
BannerCP

Freilassung von Francesco A.: Ein juristischer Wirbelwind

Die Fahndung nach ehemaligen RAF-Terroristen intensiviert sich durch ihre Verbindungen nach Ostwestfalen. Ein bevorstehender Aufruf in „Aktenzeichen XY ungelöst“ und eine Belohnung von 150.000 Euro sollen neue Hinweise liefern.
Foto: Fabian Holtappels

Überraschende Freilassung eines mutmaßlichen Mafia-Mitglieds

Francesco A., ein mutmaßlicher Schlüsselfigur der Mafia, ist nach vier Monaten in der JVA Münster freigelassen worden. Seine Inhaftierung war Teil eines Auslieferungsverfahrens nach Italien, gegen das er rechtlich vorgegangen war.

Italienische Behörden veranlassen Freilassung

Ironischerweise verdankt Francesco A. seine Freilassung den gleichen italienischen Behörden, die ursprünglich seine Auslieferung forderten. Trotz des Rechtshilfeersuchens aus Italien konnten die Vorwürfe gegen ihn nicht ausreichend konkretisiert werden, was letztendlich zu seiner Freisetzung führte.

Deutsche Justiz sieht Verfahrenshindernisse

Die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm stieß bei der Überprüfung der Vorwürfe gegen Francesco A. auf Schwierigkeiten. Laut Staatsanwalt Elmar Pleus fehlten konkrete Angaben von den italienischen Behörden, um eine Auslieferung aufgrund der möglichen Verjährung der Taten nach deutschem Recht zu prüfen.

Unklarheiten bezüglich früherer Vorwürfe

Francesco A. behauptete, bereits 2014/2015 von dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung freigesprochen worden zu sein. Diese Angaben konnten jedoch von den deutschen Behörden nicht überprüft werden.

Gerichtsentscheidung gegen Auslieferung

Das Oberlandesgericht Hamm hat schließlich die Auslieferung von Francesco A. für unzulässig erklärt. Die unzureichenden Informationen und die Unverhältnismäßigkeit seiner weiteren Inhaftierung waren ausschlaggebend für diese Entscheidung.

Hintergrund: Europaweite Razzia und Festnahmen

Im vergangenen Sommer lösten italienische Strafverfolgungsbehörden eine europaweite Razzia aus, die in 40 Festnahmen resultierte, eine davon in Hiltrup, wo Francesco A. lebte. Ihm wurden Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vorgeworfen.

Die Reaktion in Hiltrup

Die Aktion des Bundeskriminalamtes in Hiltrup sorgte für Aufregung und Ängste unter den Einwohnern. Francesco A. war dort bisher als unauffälliger Bürger bekannt gewesen.