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Kita-Plätze in Deutschland: Eine Analyse des aktuellen Bedarfs

Der Fachkräftemangel trifft Münsters Kitas schwer. Erfahre mehr über die aktuellen Herausforderungen, Zahlen und die Bemühungen der Stadt, dem Problem entgegenzuwirken.
Foto: La-Rel Easter auf Unsplash

Zehn Jahre nach der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz besteht immer noch ein erheblicher Mangel. Aktuelle Daten zeigen, dass bundesweit fast 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren fehlen. Dies geht aus einer neuen Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

Von den Eltern wird für etwa 1,16 Millionen Kinder unter drei Jahren eine institutionelle Betreuung gewünscht. Allerdings stehen tatsächlich nur 857.000 Plätze zur Verfügung. Besonders in NRW ist der Mangel mit 87.400 fehlenden Plätzen am größten.

Die Ost-West-Differenz

Interessanterweise zeigt sich ein deutliches Ost-West-Gefälle. Während in Ostdeutschland die Betreuungssituation vergleichsweise gut ist, hinkt Westdeutschland hinterher.

Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wurde 2007 eingeführt. Trotz schrittweisem Ausbau und einer Erhöhung auf 857.000 Plätze im Jahr 2023, kann der Bedarf nicht gedeckt werden. Aktuell besteht eine Lücke von 299.000 Plätzen.

Regionale Unterschiede in der Betreuungsnachfrage

Es gibt erhebliche regionale Unterschiede in der Betreuungsnachfrage. Während in Bayern und Baden-Württemberg weniger als die Hälfte der Eltern eine institutionelle Betreuung für ihre unter Dreijährigen wünschen, sind es in Brandenburg und Sachsen-Anhalt über 64%.

Das Schließen der Kita-Lücke scheint in naher Zukunft schwierig. Ein Grund dafür sind die Fachkräfte-Engpässe im Betreuungsbereich. Trotz eines Anstiegs der Erzieherzahlen seit 2014 bleibt die Nachfrage hoch. Allerdings könnte die Situation aufgrund sinkender Geburtenzahlen ab 2022 etwas entspannter werden.

Der Trend zur früheren Betreuung

Früher war das dritte Lebensjahr die typische Altersgrenze für den Kita-Besuch. Heute wird es immer üblicher, dass auch Zweijährige betreut werden. Die Betreuungsquote für diese Altersgruppe liegt mittlerweile bei 66,4%.