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Leere Regale in Supermärkten: Ein wachsendes Problem

Leere Regale in Supermärkten: Ein wachsendes Problem im Münsterland
Boris Dunand

Die aus Corona-Zeiten bekannten Lücken im Warenangebot der Supermärkte und Discounter sind zurück. In einigen Geschäften herrscht in bis zu einem Viertel der Regale gähnende Leere. Anders als während der Pandemie sind Hamsterkäufe diesmal jedoch nicht der Grund für diese Situation. Vielmehr liegen die Ursachen in aktuellen Herausforderungen wie Warnstreiks in der Logistikbranche und im Einzelhandel.

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Handel und den Gewerkschaften, die seit sechs Monaten andauern, haben zu rund 60 Gesprächsterminen geführt. Kürzlich hat der Handelsverband Deutschland (HDE) die Gespräche ausgesetzt, was darauf hindeutet, dass der Tarifkonflikt noch nicht beigelegt ist. Die Gewerkschaft Verdi hat zu bundesweiten, dezentralen Warnstreiks aufgerufen, die sich sowohl auf den Einzel- als auch auf den Großhandel auswirken.

Preissteigerungen und ihre Auswirkungen auf den Handel

Ein weiterer Faktor für die leeren Regale sind die anhaltenden Bemühungen der Nahrungsmittelhersteller, extreme Preissteigerungen durchzusetzen. Diese Preissteigerungen sind teilweise eine Folge des Ukraine-Kriegs. Tobias Buller-Langhorst, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Westfalen-Münsterland, erklärte, dass der Handel diese Preiserhöhungen nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben kann. Würde dies geschehen, wären die Preise für einzelne Artikel erstaunlich hoch.

Konflikte zwischen Handel und Industrie

Der Handelsverband HDE in Berlin gibt den Konsumenten jedoch Hoffnung, dass der Höhepunkt dieser Konflikte überschritten sei. Beispiele für solche Konflikte sind die Auseinandersetzungen zwischen Edeka und Coca-Cola oder Rewe und Kellogg’s. Durch diese langwierigen Konflikte sind einige Produkte ganz aus dem Sortiment verschwunden, ein Phänomen, das im Handel als „Auslisten“ bezeichnet wird.

Globale politische Krisen und ihre Auswirkungen

Buller-Langhorst weist auch auf die Rolle globaler politischer Krisen hin, die zur aktuellen Situation beitragen. Zum Beispiel befinden sich Produktionsanlagen für Drogerieartikel teilweise in der Ukraine, die aufgrund des Krieges nicht genutzt werden können oder zerstört wurden.

Langfristige Folgen von Naturkatastrophen

Darüber hinaus hat das Unwetter im Ahrtal langfristige Auswirkungen, da beispielsweise eine Produktionsfirma für Konservendosen im Kleinformat ihre Produktion einstellen musste.

Auswirkungen hoher Energiepreise auf die Produktverfügbarkeit

Hohe Energiepreise haben ebenfalls dazu geführt, dass bestimmte Artikel, insbesondere solche in Glasverpackungen, fehlen. Die Produktion von Glas ist energieintensiv und wurde aufgrund steigender Energiekosten reduziert.

Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft 2023

Branchenkenner befürchten, dass all diese Faktoren auch das Weihnachtsgeschäft 2023 beeinträchtigen könnten. Die Kombination aus logistischen Herausforderungen, Tarifkonflikten, politischen Krisen und Energiepreisen stellt eine komplexe Herausforderung für den Handel dar.