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Messerangriff auf dem Send: Prozess um tödlichen Stich geht in die finale Runde

Messerangriff auf dem Send: Prozess um tödlichen Stich geht in die finale Runde
Tingey Injury Law Firm

Am Freitag startet die vorletzte Runde im Prozess um den tödlichen Messerangriff auf dem Münsteraner Sendgelände. Der Angeklagte Yevgeni A. soll im März den 31-jährigen Mark D. mit einem Messerstich ins Herz getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Doch der Prozess könnte anders enden als ursprünglich erwartet.

Geständnis und Kooperation zu Beginn

Seit dem 22. September muss sich der 21-jährige Yevgeni A. vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt zeigte er sich kooperativ und legte ein Geständnis ab. In einer Erklärung, die sein Verteidiger Siegmund Benecken vortrug, gab der Angeklagte zwar zu, zugestochen zu haben. An den genauen Tathergang konnte er sich aufgrund seines Alkoholkonsums aber nicht erinnern. Laut seiner Aussage habe ihn das Opfer provoziert.

Mit diesem Geständnis schien eine Verurteilung wegen Totschlags statt Mord möglich. Denn damit wäre die Mordmerkmale der Heimtücke und niedriger Beweggründe fraglich. Der Angeklagte signalisierte, zu einem späteren Zeitpunkt detailliert auszusagen und alle Fragen zu beantworten.

Plötzliche Kehrtwende des Angeklagten

Doch am vergangenen Prozesstag die unerwartete Wendung: Yevgeni A. und sein Anwalt erklärten, dass der Angeklagte kein Wort mehr sagen werde. Er werde auch keine Fragen mehr beantworten.

Damit bleiben wesentliche Punkte ungeklärt, wie der Verbleib der Tatwaffe oder die Frage, warum der Angeklagte ein Messer bei sich trug. Eine umfassende Aussage hätte sich strafmildernd auswirken können. Doch nun scheint der 21-Jährige die Hoffnung auf eine Verurteilung wegen Totschlags aufgegeben zu haben.

Letzte Zeugenbefragung und Plädoyers erwartet

Am heutigen Freitag sollen noch einmal Augenzeugen der Tat befragt werden. Anschließend könnten bereits die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung folgen.

Die Anklagebehörde hatte ursprünglich eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert. Angesichts der neuen Entwicklungen könnte sie nun aber doch eine Verurteilung wegen Totschlags für angemessen halten. Das Urteil wird für kommenden Montag erwartet.

Fazit

Der Prozess um den tödlichen Messerangriff auf dem Sendgelände nimmt kurz vor dem Ende eine unerwartete Wendung. Nach anfänglichem Geständnis verweigert der Angeklagte nun die Aussage. Damit bleiben wichtige Fragen offen. Dennoch könnte am Ende eine geringere Strafe als ursprünglich von der Staatsanwaltschaft gefordert herauskommen. Spätestens am Montag wird Klarheit herrschen.