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Neue Entwicklungen im Missbrauchsfall Münster

Im Münsteraner Drogenprozess wurden zwei Angeklagte zu Bewährungsstrafen verurteilt, während ein dritter eine Haftstrafe erhielt.
Foto: Kelly Sikkema

In Münster steht ein bedeutender Fall erneut im Fokus der Justiz. Das Landgericht Münster ist aufgefordert, das Strafmaß für eine im Missbrauchsfall verurteilte Frau, die ehemalige Partnerin des Haupttäters, ein drittes Mal zu überprüfen. Der Bundesgerichtshof hat Revisionen zugelassen und weist auf mögliche Versäumnisse in der Urteilsfindung hin.

Bundesgerichtshof bemängelt fehlende Berücksichtigung von Vorstrafen

Die Richter des Bundesgerichtshofs haben Bedenken geäußert, dass das Landgericht das straffreie Vorleben der Angeklagten nicht ausreichend bei der Strafzumessung berücksichtigt hat. Diese Kritik führte zur Aufhebung des bisherigen Urteils und zur Anordnung neuer Beratungen.

Chronologie der Gerichtsverfahren und Urteile

Der Fall hat eine lange Vorgeschichte: Im Oktober 2021 wurde die Angeklagte erstmalig zu einer Haftstrafe verurteilt, woraufhin ihre Anwälte Revision einlegten. Im April 2022 hob der BGH das Urteil auf, äußerte jedoch keine Zweifel an der Schuld der Angeklagten. Im Dezember 2022 folgte ein weiteres Urteil, gegen das erneut Revision eingelegt wurde. Im Juni 2023 hob der BGH auch dieses Urteil auf und verwies den Fall zurück an das Landgericht Münster.

Hintergründe des Missbrauchsfalls

Die verurteilte Frau ist die Mutter des im Missbrauchsfall von Münster am häufigsten betroffenen Jungen. Sie gab zu, den Missbrauch durch ihren damaligen Freund für möglich gehalten, aber aus emotionaler Abhängigkeit nichts unternommen zu haben. Das Landgericht war überzeugt, dass sie vom Missbrauch wusste, aber nicht eingriff.

Rechtskräftiges Urteil gegen Haupttäter Adrian V.

Im Gegensatz zur Situation der verurteilten Mutter ist das Urteil gegen den Haupttäter und Stiefvater des Jungen, Adrian V., rechtskräftig. Er wurde zu 14 Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Fall erregte großes Aufsehen, da er sich um schwere Verbrechen an Kindern an verschiedenen Orten in Deutschland dreht.