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Rückgang der Kirchenbindung in Deutschland: Aktuelle Studienergebnisse

Der St. Paulus Dom Münster ist ein Ort, der Geschichte, Spiritualität und Gemeinschaft vereint. Er lädt dich ein, seine Schönheit zu entdecken, seine Geschichte zu erforschen und seine spirituelle Tiefe zu erleben. Bistum Münster. Auch der Domplatz eignet sich für einen Spaziergang in Münster.
Foto: Barni1

In Deutschland verändert sich das Verhältnis der Menschen zu den Kirchen signifikant. Eine kürzlich präsentierte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung offenbart diesen Wandel in der Gesellschaft.

Schwindende religiöse Bindung und Austrittsgedanken

Laut der Studie, an der erstmals auch die katholische neben der evangelischen Kirche teilnahm, zeigt sich, dass Religion für einen Großteil der Befragten an Bedeutung verliert. 78 Prozent der Teilnehmenden empfinden Religion als wenig oder gar nicht wichtig. Selbst unter den Kirchenmitgliedern identifizieren sich nur eine Minderheit aktiv mit ihrem Glauben.

Vertrauensverlust in die Kircheninstitutionen

Das Vertrauen in die Kircheninstitutionen hat ebenfalls stark abgenommen. Lediglich 9 Prozent der Befragten vertrauen der katholischen Kirche, während es bei der evangelischen Kirche 24 Prozent sind. Interessanterweise liegt das Vertrauen in die katholische Kirche nur knapp über dem zum Islam.

Hohe Austrittsbereitschaft unter Mitgliedern

Die Studie klassifiziert 43 Prozent der Katholiken und 37 Prozent der Protestanten als „austrittsgeneigt“. Auffällig ist, dass die Unzufriedenheit mit einer Konfession nicht zu einem Übertritt in eine andere führt; die meisten Kirchenaustritte resultieren in einer konfessionslosen Haltung.

Wunsch nach Reformen in den Kirchen

Trotz der abnehmenden Bindung zeigen sich viele Kirchenmitglieder reformwillig. Eine deutliche Mehrheit spricht sich für grundlegende Änderungen in ihren Kirchen aus, darunter Themen wie die Segnung homosexueller Partnerschaften und mehr Rechte für Frauen.

Positive Erinnerungen und gesellschaftliches Engagement

Viele Befragte blicken positiv auf ihr früheres kirchliches Engagement zurück und schätzen dessen Bedeutung für ihr Leben. Zudem ist das gesellschaftliche Engagement unter religiös und kirchennahen Menschen höher als in der restlichen Bevölkerung.

Diese Studie, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Herbst 2022, befragte insgesamt 5282 Personen über 14 Jahre und liefert damit einen umfassenden Einblick in die aktuelle Einstellung der Deutschen zu Religion und Kirche.