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Schwarz-Grün: Das geheime Bündnis

Schwarz-Grün Bündnis Kandidaten
Bild von Armin Forster auf Pixabay

Im Vorfeld der Bundespräsidentenwahl 2022 gab es auf Seiten der Union und der Grünen Bestrebungen, Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier nicht für eine zweite Amtszeit vorzuschlagen. Stattdessen erwog man in Gesprächen hinter den Kulissen eine gemeinsame weibliche Kandidatin als Alternative, um ein Zeichen für einen politischen Neuanfang zu setzen. Dieser Plan scheiterte letztendlich am fehlenden Vertrauen zwischen den Lagern.

Die Motivation für eine alternative Kandidatin

Sowohl innerhalb der Union als auch bei den Grünen gab es Stimmen, die mit der erneuten Nominierung Steinmeiers unzufrieden waren. Nach 16 Jahren Kanzlerschaft Merkel und der folgenden Großen Koalition wünschten sich viele einen Aufbruch und einen repräsentativen Neuanfang an der Staatsspitze.

Vor diesem Hintergrund kristallisierte sich auf beiden Seiten der Wunsch nach einer integrativen Persönlichkeit heraus, idealerweise eine Frau, die das Land einen und alte Gräben zwischen den politischen Lagern überwinden könnte. Dies veranlasste Politiker von Union und Grünen, vertrauliche Gespräche über eine mögliche Alternative zu Steinmeier zu führen.

Die Suche nach einer geeigneten Kandidatin

In den Gesprächen zwischen Unionspolitikern und Grünen wurden mehrere Namen als mögliche Kandidatinnen diskutiert. Unter anderem fielen die Osteuropaexpertin Marieluise Beck von den Grünen und die Managerin Janina Kugel als Optionen. Hendrik Wüst setzte sich auf Seiten der Union dabei besonders für eine weibliche Kandidatin ein.

Je konkreter die Suche nach einer Alternative zu Steinmeier wurde, desto mehr Unsicherheit machte sich aber besonders bei den Grünen breit. Da die Ampelkoalition gerade erst gegründet worden war, fürchteten viele Grüne, mit einem Abweichen vom Kanzlerkandidaten Scholz dieses neue Bündnis zu gefährden.

Das Scheitern des Plans

Obwohl die Gespräche zwischen Unionspolitikern und Grünen zunächst vielversprechend verliefen, wurden die Zweifel auf Seiten der Grünen im Laufe der Zeit immer größer. Vor allem die Angst, mit einem eigenen Kandidatenvorschlag Illoyalität gegenüber Bundeskanzler Scholz zu zeigen, ließ das ursprüngliche Vorhaben letztendlich scheitern.

Als der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz die Grünen Anfang Januar vor die Wahl zwischen zwei konkreten Kandidatinnen stellte, war das geplante Bündnis nicht mehr zu retten. Das Misstrauen zwischen den Lagern überwog am Ende die Chance auf einen politischen Neuanfang.

Die Lehren aus dem gescheiterten Bündnis

Das gescheiterte Bündnis zwischen Teilen der Union und den Grünen bei der Bundespräsidentenwahl 2022 zeigt, wie wichtig Vertrauen und Dialog zwischen politischen Lagern sind. Der anfängliche Spirit des Aufbruchs wich im Laufe der Gespräche immer mehr der Angst vor Prestigeverlust und gegenseitigen Schuldzuweisungen.