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Umweltminister setzen klare Zeichen im Wolfskonflikt: Schnellabschuss und europäische Lösung

Entdecke die Hintergründe und Argumente im Konflikt um den geplanten Abschuss der Wölfin „Gloria“ im Westmünsterland
Foto: Rain Carnation

Die Umweltminister von Bund und Ländern haben auf einer zweitägigen Konferenz in Münster einen wegweisenden Beschluss zur Lösung des Problems verhaltensauffälliger Wölfe in Deutschland getroffen. Hier sind die wichtigsten Entwicklungen:

Einigung für schnellere Abschüsse von Problemwölfen

Die Umweltminister haben sich einstimmig darauf verständigt, dass schnelle Abschüsse von verhaltensauffälligen Wölfen ermöglicht werden, sobald der Herdenschutz überwunden wird und Nutztiere gerissen werden. Dieser Beschluss bedeutet, dass keine langwierige DNA-Analyse mehr abgewartet werden muss, bevor Maßnahmen ergriffen werden können. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) äußerte sich dankbar über die Einigung und NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) bezeichnete es als einen „Durchbruch“.

EU-Recht und Aussicht auf eine europäische Lösung

Lemke betonte, dass der Schnellabschuss mit dem EU-Recht, das strengen Schutz für Wölfe vorsieht, in Einklang steht. Eine entsprechende rechtliche Einschätzung liegt vor, und Brüssel plant, bis Jahresende eine europäische Lösung vorzustellen. Dieser Beschluss signalisiert eine Versöhnung in der kontroversen Debatte um Wölfe und warnt vor Populismus.

Die Versöhnung: Umweltkonferenz in Münster

Die Umweltkonferenz begann mit einer Demonstration von 100 Landwirten, die Plakate mit Botschaften wie „Unsere Schafe sind kein Wolfsfutter“ trugen. Vertreter von Tierhaltern fordern nicht nur schnellere Maßnahmen bei verhaltensauffälligen Wölfen, sondern auch eine Populationsbegrenzung. Landwirte berichten von steigenden Übergriffen des Wolfs auf Nutztiere, bei denen im letzten Jahr 4000 Tiere getötet wurden.

Landwirte und Tierhalter fordern konsequente Maßnahmen

Die Forderungen der Landwirte gehen über schnelle Abschüsse hinaus, sie drängen auf eine Entnahmequote und konkrete Maßnahmen zur Begrenzung der Wolfspopulation. Diese Entwicklung verdeutlicht die Notwendigkeit einer Balance zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

Herdenschutz als Schlüssel zur Koexistenz

Die Umweltminister betonen, dass ein effektiver Herdenschutz entscheidend für ein konfliktarmes Miteinander von Weidetierhaltung und Wolfsvorkommen ist. Eine Abschussgenehmigung soll bereits nach dem erstmaligen Überwinden des Herdenschutzes und dem Riss von Tieren in Gebieten mit erhöhtem Rissaufkommen möglich sein.

Abschussgenehmigung ohne Individualisierung

Die Abschussgenehmigung eines Problemwolfes kann ohne individuelle Identifizierung erteilt werden. Dies birgt zwar das Risiko, dass nicht der richtige Wolf erwischt wird, aber die Identifizierung der Tiere gestaltet sich oft als äußerst schwierig. In Deutschland leben derzeit mehr als 1300 Wölfe, die meisten davon im Osten. Landwirte schätzen die Zahl auf etwa 3000 Wölfe.