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Verbesserung der sozialen Lage in Münster: Ein Schritt in die richtige Richtung

Kinderarmut in Münster
Bild von Joshua Clay auf Unplash

In den letzten Jahren hat sich in den Stadtteilen Kinderhaus-West und Coerde in Münster eine ermutigende Entwicklung abgezeichnet. Diese Gebiete waren traditionell die am stärksten benachteiligten im städtischen Sozialmonitoring. Doch neueste Daten zeigen, dass die Anzahl der Personen, die Leistungen nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II) erhalten, deutlich zurückgegangen ist. Diese positive Entwicklung ist auch in anderen als problematisch geltenden Stadtteilen wie Berg Fidel und Angelmodde-West zu beobachten.

Positive Trends

Das SGB II regelt die Grundsicherung für Arbeitssuchende, die auch als Bürgergeld bekannt ist. Thomas Kollmann, Geschäftsführer der Begegnungsstätte Sprickmannplatz und Vorsitzender des Sozialausschusses der Stadt, hebt hervor, dass diese Verbesserung in Münster besonders auffällig ist, insbesondere im Vergleich zu den Unterschieden innerhalb der Stadt. Einige Stadtteile, darunter Coerde und Kinderhaus-West, weisen trotz der Einbeziehung wohlhabenderer Gebiete wie Wilkinghege immer noch eine überdurchschnittliche Anzahl von Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren auf, die SGB-II-Leistungen erhalten. Dennoch ist der Anteil dieser Personen zwischen 2017 und 2022 in Coerde von 22,29% auf 18,68% und in Kinderhaus-West von 16,91% auf 14,04% gesunken. Bei Kindern ist die Situation insgesamt noch nicht zufriedenstellend, aber es gibt einen klaren Trend zur Verbesserung. In Coerde sank der Anteil der Kinder, die SGB-II-Leistungen erhalten, von 43,22% im Jahr 2017 auf 36,24% im Jahr 2022, während er in Kinderhaus-West von 35,64% auf 24,06% zurückging.

Herausforderungen bei der Kinderbetreuung

Trotz dieser positiven Entwicklungen gibt es noch viel zu tun. Kollmann identifiziert Coerde und Berg Fidel als „Hauptbaustellen“. In Coerde gibt es einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Alleinerziehenden (fast 30%) und einen dramatischen Mangel an Fachkräften in der Kinderbetreuung. Obwohl es auf dem Papier eine Betreuungsquote von 103% gibt, liegt die tatsächliche Versorgungsquote nach Bereinigung um die personelle Unterversorgung nur bei 83%. Kollmann ist überzeugt, dass dieses Ungleichgewicht zunehmen wird, was die Arbeitsaufnahme für Alleinerziehende erheblich erschwert.

Fazit

Die jüngsten Daten aus dem Sozialmonitoring der Stadt Münster zeigen ermutigende Anzeichen einer Verbesserung in den traditionell benachteiligten Stadtteilen. Die Anzahl der Personen, die auf SGB-II-Leistungen angewiesen sind, ist gesunken, und es gibt einen klaren Trend zur Verbesserung bei Kindern. Trotzdem gibt es noch viel zu tun, insbesondere in Bezug auf die Kinderbetreuung in Gebieten mit einem hohen Anteil an Alleinerziehenden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Stadt weiterhin Ressourcen in diese Gebiete investiert, um sicherzustellen, dass alle Bürger die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.