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Wahlen in Bayern und Hessen: Im Westen nichts Neues?

Wahl in Hessen und Bayern
Foto von Markus Spiske auf Unsplash

Zufriedenheit bei Grünen trotz Verlusten in Bayern

Die Grünen haben bei der Landtagswahl in Bayern laut ihrem Spitzenkandidaten Ludwig Hartmann ein gutes Ergebnis erzielt, obwohl sie im Vergleich zu 2018 leichte Verluste hinnehmen mussten. Mit prognostizierten 15,5 Prozent liegen die Grünen deutlich hinter der CSU, die auf über 36 Prozent kommt.

Dennoch zeigte sich Hartmann mit dem zweitbesten Ergebnis der Parteigeschichte zufrieden. Er führte dies darauf zurück, dass man einen sehr polarisierenden Wahlkampf in Bayern erlebt habe. Nun sei er bereit für Gespräche über eine mögliche Regierungsbeteiligung. Jedoch habe die CSU als stärkste Kraft den klaren Regierungsauftrag.

Enttäuschung bei der SPD in Bayern

Für die SPD ist die Landtagswahl in Bayern mit einem prognostizierten Ergebnis von nur 8,5 Prozent bitter verlaufen. Der SPD-Spitzenkandidat Florian von Brunn bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als sehr enttäuschend.

Nach von Brunns Einschätzung haben die Kernthemen der SPD im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt. Stattdessen seien andere Themen dominant gewesen, welche die schwierige Gesamtlage in Deutschland und Europa betreffen. Damit sei es der SPD nicht gelungen, mit ihren Themen wie kostenlose Kita oder bezahlbaren Wohnraum durchzudringen.

Jubel bei der CDU über Wahlsieg in Hessen

Die CDU hat die Landtagswahl in Hessen laut Prognosen mit deutlichem Abstand gewonnen. Die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Boris Rhein können mit rund 35 Prozent rechnen.

Damit liegt die CDU klar vor der SPD, die mit Spitzenkandidatin Nancy Faeser nur auf etwa 15 Prozent kommt. Auch die Grünen blieben mit ebenfalls rund 15 Prozent unter ihren Erwartungen. In der CDU herrschte entsprechend großer Jubel über den Wahlsieg. Generalsekretär Mario Czaja sprach von einem „sensationellen Erfolg“.

Starke Zugewinne für die AfD in beiden Ländern

Die größten Zugewinne konnte die AfD in Bayern und Hessen für sich verbuchen. In Bayern kam sie laut Prognose auf knapp 16 Prozent, in Hessen lag sie bei rund 17 Prozent.

AfD-Chefin Alice Weidel wertete dies als Denkzettel für die Bundesregierung. Auch Co-Parteichef Tino Chrupalla zeigte sich erfreut, dass die AfD ihre Stimmanteile in beiden Ländern fast verdoppeln konnte. Chrupalla sagte, viele Bürger wollten eine „starke Oppositionskraft“ im Landtag haben.

FDP verpasst Einzug in München

Für die FDP verliefen die Landtagswahlen in Bayern und Hessen enttäuschend. In Bayern verpassten die Liberalen mit nur 3 Prozent in den Prognosen den Wiedereinzug in den Landtag deutlich. 2018 hatte die FDP noch 5,1 Prozent erreicht.

FDP-Urgestein Sabine Leutheusser-Schnarrenberger führte das schlechte Abschneiden ihrer Partei auf die von Emotionen geprägte Stimmung zurück. In dieser falle es der FDP als Partei, die auf Vernunft setze, schwer. Zudem sei stark gegen die Ampel-Koalition Stimmung gemacht worden.

Linke scheitert in Hessen an Fünf-Prozent-Hürde

In Hessen ist die Linke nach der Prognose mit nur 3,5 Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Damit würde die Partei im Vergleich zu 2018 stark verlieren und nicht mehr im Landtag vertreten sein.

2018 hatte die Linke mit 6,3 Prozent noch knapp den Einzug in den Landtag geschafft. Der missglückte Wahlkampf in Hessen ist für die Linke ein weiterer Rückschlag nach dem Scheitern auch in NRW und Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr.