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Welle der Solidarität: Münster und die Welt reagieren auf Irans Repressionen

Ein Jahr nach dem Tod von Jina Mahsa Amini zeigen Menschen in Münster und weltweit ihre Solidarität mit der regierungskritischen Bewegung im Iran.
Foto: Albert Stoynov auf Unsplash

Münster zeigt Unterstützung für Bewegung im Iran

Münster wurde Zeuge eines beeindruckenden Zeichens der Solidarität für die Protestbewegung im Iran. Anlässlich des ersten Todestages von Jina Mahsa Amini, die im Iran nach einer Festnahme durch die Sittenwächter tragisch ums Leben kam, versammelten sich 240 Demonstranten zu einem Protestmarsch. Sie wollten nicht nur an Amini erinnern, sondern auch ihre Unterstützung für die regierungskritische Bewegung im Iran zeigen. Der Protestmarsch, der am Bahnhof begann, war Teil eines globalen Aufschreis gegen die repressiven Maßnahmen im Iran.

Die Geschichte hinter dem Protest

Jina Mahsa Amini wurde 2022 von den islamischen Sittenwächtern festgenommen, weil sie ihr Kopftuch angeblich nicht korrekt trug. Ihr tragischer Tod im Polizeigewahrsam löste die schwersten Proteste im Iran seit Jahrzehnten aus. Die Bewegung, die sich unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ formierte, wurde von der iranischen Staatsmacht brutal niedergeschlagen. Trotz der Repressionen und der Hinrichtung von sieben Männern im Zusammenhang mit den Protesten, setzten viele Frauen im Iran ein Zeichen, indem sie die Kopftuchpflicht ignorierten.

Weltweite Solidarität

Nicht nur in Münster, sondern auch in Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt und sogar Brüssel gingen Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität zu zeigen. In Hamburg beteiligten sich rund 2.500 Menschen an den Demonstrationen, während in Berlin Protestaktionen am Großen Stern und vor dem Reichstagsgebäude stattfanden. In Frankfurt zogen mehrere Hundert Menschen durch die Straßen, und auch in Brüssel gab es einen Protestmarsch.

Die Lage im Iran

Während weltweit Proteste stattfanden, verschärfte sich die Situation im Iran merklich. Aminis Heimatort Saghes wurde in Erwartung möglicher Proteste komplett abgeriegelt. Der iranische Geheimdienst ging proaktiv vor und nahm in den Kurdengebieten mehrere Bewohner präventiv fest. In anderen Städten des Landes spürten die Menschen eine deutlich angespannte Atmosphäre, geprägt von Straßenkontrollen, unangekündigten Überwachungsmaßnahmen und einer generellen Zurückhaltung in der Öffentlichkeit. Die bekannte Schauspielerin Hanieh Tavassoli, die sich offen mit der Bewegung solidarisiert hatte, wurde am Wochenende kurzzeitig festgenommen, was die wachsende Unsicherheit und Angst unter den Kritikern der Regierung unterstrich. Es wurde klar, dass die iranische Führung entschlossen war, jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken.