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Krieg in Israel: Das ist am Sonntag passiert

Großangriff der Hamas auf Israel am 07. Oktober 2023
Bild von Taylor Brandon auf Unsplash

Türkei bietet sich als Vermittler an

Die Türkei hat angekündigt, ihre diplomatischen Bemühungen zu verstärken, um ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und militanten Palästinensern zu erreichen. Der türkische Präsident Erdogan erklärte, sein Land sei bereit, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Spannungen abzubauen und die Gewalt zwischen beiden Seiten zu beenden.

Erdogan betonte allerdings auch, dass aus türkischer Sicht nur eine Zweistaatenlösung mit einem unabhängigen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 und mit Jerusalem als Hauptstadt dauerhaft Frieden in der Region bringen könne. Die Schaffung eines solchen Staates sei dringend notwendig und dulde keinen Aufschub mehr.

Die Türkei hatte in der Vergangenheit oft die Palästinenser unterstützt und Israel kritisiert. Zuletzt bemühte sie sich aber auch um eine Verbesserung der zuletzt angespannten Beziehungen zu Israel. Ob die Türkei angesichts ihrer Nähe zu den Palästinensern von beiden Seiten als ehrliche Vermittlerin akzeptiert würde, ist fraglich.

Britischer Premier telefoniert mit Netanyahu

Der britische Premierminister Rishi Sunak hat in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu abermals die Solidarität Großbritanniens mit Israel betont. Sunak versicherte Netanyahu, dass Großbritannien klar an der Seite Israels stehe und das Land jede benötigte Unterstützung erhalten werde.

Zudem verwies Sunak auf die diplomatischen Bemühungen seines Landes, eine einheitliche Verurteilung der Angriffe durch die Staatengemeinschaft zu erreichen. Großbritannien hatte als erstes Land den Angriff im UN-Sicherheitsrat verurteilt und spricht sich für eine Sondersitzung des Gremiums aus.

Raketenangriffe auf Nordisrael

Auch auf den Norden Israels nahe der Grenze zum Libanon wurden Raketen und Mörsergranaten abgefeuert. Die Angriffe gingen von der schiitischen Hisbollah-Miliz aus, die das Nachbarland dominiert.

Israel reagierte umgehend mit Artilleriefeuer auf den Libanon. Befürchtet wird, dass sich der Konflikt über das Grenzgebiet zum Gazastreifen hinaus ausweiten könnte, wenn die Hisbollah sich zunehmend einmischt. Die pro-iranische Miliz hatte zuvor der Hamas auch ihre Unterstützung zugesichert.

Immer mehr Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer auf beiden Seiten steigt weiter an. Israelische Medien berichteten von über 500 Toten infolge der Angriffe aus dem Gazastreifen. Im Gazastreifen selbst meldeten die Gesundheitsbehörden bereits über 300 Tote und fast 2000 Verletzte durch die massiven israelischen Gegenangriffe aus der Luft.

Befürchtet wird eine weitere Eskalation der Gewalt, solange keine der Seiten zum Einlenken bereit ist. Internationale Appelle zur Zurückhaltung verhallten bislang ungehört.

Kontroverse Debatte um deutsche Hilfsgelder

In Deutschland ist eine Kontroverse über die staatlichen Hilfszahlungen an die Palästinensergebiete entbrannt. Kritiker wie der Antisemitismusbeauftragte Klein oder die Deutsch-Israelische Gesellschaft fordern, die Zahlungen an klare Bedingungen zu knüpfen und genau zu überprüfen, ob deutsche Gelder auch terroristischen Zwecken zugutekommen.

Befürworter wie der Linken-Politiker Gysi argumentieren, dass die Hilfen wichtig für die notleidende Bevölkerung seien und nicht komplett eingestellt werden dürften. Die Bundesregierung müsse aber sicherstellen, dass keine Gelder an die Hamas fließen. Zuletzt flossen jährlich rund 50 Millionen Euro Hilfsgelder aus Deutschland in die Palästinensergebiete.

Hisbollah bekennt sich zu Angriffen auf Israel

Die radikalislamische Hisbollah-Miliz im Libanon hat sich offiziell zu dem Raketen- und Artilleriebeschuss auf Israel aus dem Norden des Landes bekannt. Sie begründete dies mit ihrer Solidarität mit den Palästinensern im Kampf gegen Israel.

Die vom Iran unterstützte Gruppierung hatte zuvor schon der Hamas für ihre Angriffe gratuliert und ihre volle Unterstützung zugesichert. Dies nährt Befürchtungen, dass sich der Konflikt auf weitere Länder ausweiten könnte. Experten sehen die Gefahr einer weiteren Eskalation durch die Hisbollah.