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Neue Erkenntnisse über die Evolution der Pliosaurier

Neue Erkenntnisse über die Evolution der Pliosaurier
Blanca Paloma Sánchez

Ein internationales Forscherteam um den Paläontologen Sven Sachs vom Naturkundemuseum Bielefeld hat neue Erkenntnisse über die Evolution der Pliosaurier gewonnen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Herrschaft der gigantischen Meeresreptilien viel früher begonnen haben muss als bisher angenommen.

Neuer Lorrainosaurus zeigt frühen Beginn der Pliosaurier-Evolution

Das rund 170 Millionen Jahre alte Fossil eines bisher unbekannten Pliosauriers aus der Zeit der Dinosaurier wurde von den Forschern einer neuen Gattung zugeordnet, die sie Lorrainosaurus nennen. Laut den Experten war dieser sechs Meter lange Meeresräuber einer der ersten wirklich großen Pliosaurier und hat eine Dynastie räuberischer Riesen-Meeresreptilien begründet.

Bedeutung der Entdeckung für die Paläontologie

Laut Saurierforscher Sven Sachs sind neue Erkenntnisse in der Paläontologie eher selten. Oft handelt es sich um Zufallsfunde oder die Neubewertung bereits bekannter Funde mit modernen Methoden. Die Identifizierung des Lorrainosaurus gehört zur letzten Kategorie – die Fossilien waren bereits 1983 in Frankreich entdeckt worden, wurden aber erst jetzt einer eingehenden Analyse unterzogen.

Details zum Lorrainosaurus und seiner Bedeutung

Der Lorrainosaurus hatte einen 1,3 Meter langen Kiefer mit kegelförmigen Zähnen und einen torpedoförmigen Körper. Er war einer der ersten großen Pliosaurier und ebnete als Spitzenprädator den Weg für noch größere Arten, die in den folgenden Jahrzehnten die Ozeane beherrschten. Laut den Experten belegen Funde wie dieser, dass die Evolution der Pliosaurier zu gigantischen Meeresjägern schon viel früher begann als bisher angenommen.

Weitere bedeutende Funde deutscher Paläontologen

Auch in Deutschland gab es in den letzten Jahren wichtige paläontologische Entdeckungen. So identifizierte Sachs selbst vor einigen Jahren mit dem Arminisaurus ein neues Meeresreptil in der Nähe von Bielefeld. Im Auftrag des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe grub zudem ein Team 20 Jahre lang in einer Dinosaurierfundstelle bei Balve und bargFunde von Langhalsdinosauriern, die zu den jüngsten ihrer Art in Deutschland zählen.

Faszination der Paläontologen für ausgestorbene Tiere

Laut Sachs faszinieren ihn die ausgestorbenen Tiere seit seiner Kindheit. Auch wenn Anfangs- und Endzeitpunkt vieler Spezies bekannt seien, gebe es oft noch Wissenslücken, die durch neue Funde und deren Analyse geschlossen werden können. So können die Paläontologen die Entwicklungsgeschichte der Vorzeit lebendig werden lassen.

Die neue Einordnung des Lorrainosaurus zeigt, dass die Evolution der Pliosaurier zu gigantischen Meereprädatoren schon viel früher einsetzte als bisher bekannt. Durch solche Erkenntnisse trägt die Paläontologie entscheidend zum Verständnis der Erdgeschichte bei. Auch in Zukunft sind weitere spektakuläre Funde zu erwarten, die unser Bild von der Urzeit bereichern werden.