Modelegende Bob Mackie stirbt im Alter von 87 Jahren

12-Jähriger stirbt nach schwerem Unfall in Bünde
Symbolfoto

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Der US-amerikanische Mode- und Kostümdesigner Bob Mackie ist tot. Er starb am Montag, 14. September 2026, im Alter von 87 Jahren in Palm Springs im US-Bundesstaat Kalifornien. Sein Team gab den Tod über Mackies offiziellen Instagram-Auftritt bekannt. Der langjährige Design Director Joe McFate bestätigte der New York Times, dass Mackie in einem Krankenhaus in Palm Springs starb. Seine Sprecherin Jenelle Hamilton nannte gegenüber CBS News eine Lungenentzündung als Todesursache. Ein Vertreter des Designers teilte People mit, Mackie sei um 10.40 Uhr gestorben. Weitere medizinische Einzelheiten wurden zunächst nicht veröffentlicht.

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Bob Mackie machte Kostüm zum Teil der Show

Mackies Karriere begann in den frühen 1960er Jahren in Hollywood. Er arbeitete zunächst als Zeichner für etablierte Kostümbildner wie Edith Head und Jean Louis. In dieser Funktion setzte er auch den Entwurf für das berühmte, hautfarbene Kleid zu Papier, das Marilyn Monroe 1962 bei ihrem Geburtstagsständchen für US-Präsident John F. Kennedy trug. Später entwickelte Mackie selbst Kostüme für Fernsehen, Film, Konzerte und Bühne und wurde zu einem der bekanntesten Namen des amerikanischen Showkostüms.

Sein Stil war auf Wirkung angelegt. Pailletten, Strass, Perlen, Federn, transparente Stoffe und körpernahe Silhouetten gehörten zu seinem Repertoire. Der Beiname Sultan of Sequins, also Sultan der Pailletten, fasste diese Ästhetik pointiert zusammen. Entscheidend war jedoch nicht nur der Glanz. Mackie entwarf Kostüme so, dass sie eine Figur, einen Sketch oder die Bühnenpersönlichkeit eines Stars unmittelbar verständlich machten. Damit verband er Mode, Unterhaltung und Inszenierung auf eine Weise, die das amerikanische Fernsehen über Jahrzehnte prägte.

Jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Cher

Am engsten blieb sein Name mit Cher verbunden. Mackie arbeitete bereits für The Sonny & Cher Comedy Hour und gestaltete später zahlreiche Fernseh-, Konzert- und Red-Carpet-Looks der Sängerin. Zu den bekanntesten Entwürfen gehörte das transparente, mit Federn und Schmuckelementen besetzte Ensemble, das Cher 1974 bei der Met Gala trug. Auch ihr auffälliger schwarzer Auftritt bei der Oscar-Verleihung 1986 entstand in Zusammenarbeit mit Mackie. Seine Entwürfe halfen dabei, Chers öffentliches Bild als selbstbewusste, glamouröse und bewusst grenzüberschreitende Entertainerin zu formen.

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Zu Mackies weiteren Kundinnen und Kunden gehörten Tina Turner, Diana Ross, Carol Burnett, Bette Midler, Barbra Streisand, Liza Minnelli, Mitzi Gaynor, Elton John, Madonna, Whitney Houston und später auch Künstlerinnen jüngerer Generationen. Seine Arbeit für Diana Ross und die Supremes verband Motown-Glamour mit der Bildsprache großer Fernsehshows. Für Tina Turner entwarf er Bühnenkleidung, die Bewegung und Präsenz unterstützte. Für Elton John entstand unter anderem ein mit Schmucksteinen besetztes Baseball-Outfit für einen Auftritt im Dodger Stadium.

Carol Burnett und ein Kostüm für die Fernsehgeschichte

Eine zweite zentrale Zusammenarbeit verband Mackie mit Carol Burnett. Für The Carol Burnett Show war er während der gesamten elfjährigen Laufzeit als Kostümdesigner tätig. Seine Kleidung musste dort nicht nur elegant oder extravagant sein, sondern oft selbst einen Witz transportieren. Das bekannteste Beispiel ist das grüne Vorhangkleid aus dem Sketch Went with the Wind von 1976, einer Parodie auf Gone with the Wind. Mackie ließ die Gardinenstange sichtbar über Burnetts Schultern liegen und machte damit das Kostüm selbst zur Pointe. Das Original gehört heute zur Sammlung des National Museum of American History der Smithsonian Institution.

Gerade diese Verbindung aus Handwerk, visueller Übertreibung und komödiantischer Präzision machte Mackie für das Fernsehen so bedeutend. Kostüme waren bei ihm nicht bloß Ausstattung. Sie konnten eine Figur erklären, eine Pointe vorbereiten oder den Auftritt eines Stars in wenigen Sekunden definieren. In einer Ära großer US-Varietéshows wurde der Kostümbildner dadurch zu einem sichtbaren Teil der Unterhaltungskultur.

Neun Emmys und ein Tony für The Cher Show

Die Bilanz bei der Television Academy lag bei 32 Nominierungen und neun Emmy-Auszeichnungen. Seinen ersten Emmy erhielt Mackie 1967 in der Kategorie Individual Achievements in Art Direction and Allied Crafts, Costume Design für Alice Through the Looking Glass, gemeinsam mit Ray Aghayan. 1970 folgte ein Emmy in der Kategorie Outstanding Achievement in Costume Design für G.I.T. on Broadway. Weitere Siege kamen 1976 für Mitzi…Roarin‘ in the 20’s und 1978 für Mitzi…Zings Into Spring hinzu, jeweils in der Kategorie Outstanding Achievement in Costume Design for Music-Variety.

1984 gewann Mackie für Mama’s Family in der Kategorie Outstanding Individual Achievement, Costumers. 1991 wurde er für Carol & Company in der Kategorie Outstanding Costume Design for a Variety or Music Program ausgezeichnet. 1995 folgte Men, Movies & Carol in der Kategorie Outstanding Individual Achievement in Costume Design for a Variety or Music Program. Die beiden letzten Emmy-Siege erhielt er 2000 für Cher: Live in Concert from Las Vegas und 2003 für Cher: The Farewell Tour, jeweils in der Kategorie Outstanding Costumes for a Variety or Music Program. 2002 wurde Mackie zudem in die Hall of Fame der Television Academy aufgenommen.

Auch am Broadway erhielt er eine der wichtigsten Auszeichnungen der US-Theaterwelt. 2019 gewann Mackie den Tony Award in der Kategorie Best Costume Design of a Musical für The Cher Show. Das Musical erzählte Chers Karriere über mehrere Jahrzehnte hinweg und verlangte eine große Zahl von Kostümwechseln und Nachbildungen berühmter Looks. Mackie konnte dabei auf seine eigene jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der Sängerin zurückgreifen.

Drei Oscar-Nominierungen für Kostümdesign

Die Zahl seiner Oscar-Nominierungen lag bei drei, jeweils in der Kategorie Costume Design. 1973 wurde er gemeinsam mit Ray Aghayan und Norma Koch für Lady Sings the Blues nominiert, den Film mit Diana Ross als Billie Holiday. 1976 folgte gemeinsam mit Ray Aghayan die Nominierung für Funny Lady mit Barbra Streisand. Seine dritte Nominierung erhielt Mackie 1982 für das Filmmusical Pennies from Heaven. Einen Oscar gewann er nicht.

Bob Mackie brachte seinen Stil auch zu Barbie

Mackies Entwürfe blieben nicht auf Menschen beschränkt. Für Mattel gestaltete er eine lange Reihe von Barbie-Sammlerpuppen. Zu den bekanntesten gehörte die Gold Barbie von 1990 mit einem Kleid aus Tausenden goldenen Pailletten und einer weißen Federboa. Die Zahl der von Mackie gestalteten Barbie-Puppen lag laut Mattel bis 2026 bei mehr als 20. Damit übertrug er seine Vorstellung von Showkostüm, Fantasie und Glamour auf ein Sammlerformat, das weit über die klassische Modewelt hinausreichte.

Ein Designer zwischen Fernsehen, Bühne und Popkultur

Bob Mackies Bedeutung lag vor allem darin, dass er Kostümdesign als eigenständige Form der Inszenierung verstand. Für Carol Burnett konnte ein Kleid die Pointe eines Sketches sein, für Diana Ross Teil einer Fernsehchoreografie, für Tina Turner eine Verlängerung der Bühnenbewegung und für Cher ein unverwechselbares öffentliches Bild. Seine Arbeiten verbanden handwerkliche Präzision mit bewusstem Spektakel und prägten damit das Showkostüm im Fernsehen ebenso wie Konzertbühnen und den roten Teppich.

Auch Jahrzehnte nach seinen bekanntesten Arbeiten blieben Mackies Entwürfe präsent. Jüngere Künstlerinnen griffen auf Vintage-Stücke aus seinem Archiv zurück, Museen nahmen seine Kostüme in ihre Sammlungen auf und The Cher Show machte seine Arbeit selbst zum Gegenstand eines Broadway-Musicals. Mit Bob Mackie verliert die internationale Unterhaltungswelt einen Designer, dessen Kleidung nicht im Hintergrund blieb, sondern häufig zu einem Teil des Auftritts, der Figur und der Erinnerung an einen Moment wurde.

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