
Münster. Nach Jahren stetigen Wachstums verzeichnet Münster 2025 erstmals wieder einen Rückgang bei der gemeldeten Bevölkerung. Zum Stichtag 31. Dezember waren 320.728 Personen mit Erst- oder Zweitwohnsitz registriert. Das sind 1.987 weniger als ein Jahr zuvor, was einem Minus von 0,6 Prozent entspricht. Auch wenn die Stadt damit weiterhin über der Marke von 320.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt, die 2023 erstmals überschritten wurde, stellt diese Entwicklung einen statistischen Einschnitt dar. Seit 2015 war die Zahl kontinuierlich gestiegen, in einzelnen Jahren sogar um bis zu 1,7 Prozent. Nun zeigt sich erstmals wieder ein leichter Rückgang.
Der Bevölkerungsrückgang ist weniger auf tatsächliche Wegzüge zurückzuführen als auf verstärkte Korrekturen im Melderegister. Im Zuge der Bundestags- und Kommunalwahlen wurden 2025 deutlich mehr Einträge überprüft und berichtigt als in den Vorjahren. Dabei stellte sich heraus, dass zahlreiche Personen nicht mehr unter ihrer gemeldeten Adresse wohnhaft waren und ihrer gesetzlichen Pflicht zur Ab- oder Ummeldung nicht nachgekommen waren. Diese Bereinigungen schlagen sich nun unmittelbar in der Statistik nieder und erklären den Großteil des Rückgangs. Es handelt sich somit in erster Linie um einen administrativen Effekt und nicht um eine abrupte demografische Trendwende.
Die Auswertung nach Altersgruppen zeigt ein differenziertes Bild. Während die meisten Gruppen leicht rückläufig sind, wächst die Zahl der 60- bis 79-Jährigen deutlich. Sie steigt um 3,2 Prozent auf 62.342 Personen und ist damit die einzige Altersgruppe mit Zuwachs. Die über 80-Jährigen verzeichnen hingegen mit ebenfalls 3,2 Prozent den stärksten Rückgang und bilden mit 19.014 Personen weiterhin die kleinste Gruppe. Die 20- bis 39-Jährigen bleiben trotz eines leichten Minus die größte Bevölkerungsgruppe in Münster, was die Bedeutung der Stadt als Hochschul- und Arbeitsstandort unterstreicht.
Sowohl bei Frauen als auch bei Männern sinken die Zahlen leicht. 166.638 Frauen und 154.090 Männer sind 2025 in Münster gemeldet. Der Frauenanteil liegt damit bei 52 Prozent und bleibt nahezu konstant. Ein Blick auf die Stadtbezirke zeigt zudem unterschiedliche Entwicklungen. Während Münster-Südost als einziger Bezirk leicht wächst, gehen die Zahlen in allen anderen Bezirken zurück. Besonders deutlich fällt das Minus im bevölkerungsreichsten Bezirk Münster-Mitte aus. Münster-Ost bleibt weiterhin der Bezirk mit der geringsten Einwohnerzahl.
Zwischen 2015 und 2024 war die Bevölkerungszahl Jahr für Jahr gestiegen. Der Rückgang 2025 markiert daher eine Zäsur in der jüngeren Entwicklung. Ob es sich dabei lediglich um eine statistische Korrektur im Zuge intensiverer Prüfungen handelt oder ob sich langfristig eine neue Dynamik abzeichnet, bleibt abzuwarten. Die ausführlichen Daten zur sogenannten wohnberechtigten Bevölkerung sind online über die städtische Statistikstelle abrufbar und bieten einen detaillierten Einblick in die demografische Entwicklung Münsters.
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