
Münster. Die Baustelle Hansaring Münster startet am Donnerstagabend, 19. Februar, und bringt weitreichende Änderungen für den Verkehr im Hansaviertel mit sich. Ab etwa 22 Uhr greifen neue Sperrungen, Einbahnstraßenregelungen und Umleitungen. Hintergrund ist ein zentraler Lückenschluss im Fernwärmenetz, der technisch aufwendig ist und die Umgebung voraussichtlich bis Ende 2027 prägen wird.
Zwischen Soester Straße und Bremer Straße wird der Hansaring für den motorisierten Verkehr zur Einbahnstraße. Fahrzeuge dürfen dort nur noch in Richtung Hafenstraße fahren. Das Rechtsabbiegen vom Albersloher Weg stadteinwärts auf den Hansaring ist zunächst nicht mehr möglich. Die Soester Straße wird zur Sackgasse, die Bremer Straße bleibt weiterhin Einbahnstraße in Richtung Hauptbahnhof.
Mit diesen Änderungen schaffen die Stadtnetze Platz für das Baufeld. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Pendelnde bedeutet das jedoch eine spürbare Umstellung im gewohnten Verkehrsfluss.
Der Durchgangsverkehr wird großräumig umgeleitet, unter anderem über den Albersloher Weg, die B51 und die Wolbecker Straße. Am Hafenweg werden zusätzliche Halteverbote eingerichtet, außerdem entsteht eine Ladezone, um Lieferverkehre weiterhin zu ermöglichen.
Ab März kommt eine weitere Maßnahme hinzu: Die Dortmunder Straße wird im Bereich zur Hafenseite als Einbahnstraße in Richtung Hansaring geführt. Diese Regelung ist nach aktueller Planung bis Ende 2026 vorgesehen.
Auch der öffentliche Nahverkehr ist betroffen. Die Ringlinie 33 wird bereits seit Anfang Februar über den Hauptbahnhof umgeleitet und soll diese Strecke voraussichtlich bis Ende 2027 beibehalten. Die Haltestellen Hansaring C und Emdener Straße entfallen vorübergehend. Ersatzhaltestellen befinden sich unter anderem an der Hafenstraße, am Hauptbahnhof (B1), an der Sophienstraße sowie am Hansa-Berufskolleg.
Die Linie 34 verkehrt weiterhin regulär über den Hansaring. Für Rad- und Fußverkehr fallen die Einschränkungen vergleichsweise gering aus. Zwar kann es stellenweise enger werden, eine gesonderte Umleitung ist jedoch nicht vorgesehen.
Technischer Kern des Projekts ist ein Mikrotunnel, der in rund vier Metern Tiefe zwischen Bremer Straße und Soester Straße hergestellt wird. Durch diesen Tunnel werden groß dimensionierte Fernwärmerohre mit einem Außendurchmesser von etwa einem Meter gezogen.
Die Stadtnetze verbinden damit neu verlegte Transportleitungen an der Bremer Straße mit bestehenden Leitungen in der Soester Straße. Dieser Lückenschluss gilt als entscheidend, um das Netz leistungsfähiger und flexibler zu machen. Die ungewöhnliche Tiefe, die Größe der Rohre und die notwendige Grundwasserhaltung machen das Bauvorhaben technisch anspruchsvoll und zeitintensiv.
Die Arbeiten sind in mehrere Abschnitte gegliedert. Zunächst wird auf der Nordseite zur Bahnhofseite hin gebaut, später folgt ein Wechsel der Straßenseite. Im zweiten Halbjahr 2027 ist eine Ausweitung der Baustelle in Richtung Lingener Straße geplant, um einen zusätzlichen Anschluss herzustellen.
Die eigentliche Einbindung ins Wärmenetz soll zwischen April und September 2027 erfolgen. In diesem Zeitraum ist der Wärmebedarf geringer, sodass die Versorgung über alternative Leitungen und Kraftwerke abgesichert werden kann.
Der Ausbau des Fernwärmenetzes ist Teil der kommunalen Wärmeplanung. Ziel ist es, die Wärmeversorgung in Münster schrittweise klimaneutral auszurichten. Der nun beginnende Bauabschnitt am Hansaring ist ein strategisch wichtiger Schritt auf diesem Weg.
Mit dem Start der Bauarbeiten ab heute Abend wird das Vorhaben im Stadtbild deutlich sichtbar – und bringt für das Hansaviertel eine längere Phase veränderter Verkehrsführung mit sich.
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