Schwerer Unfall in Steinfurt: E-Scooter erfasst zweijähriges Kind

E-Scooter-Unfall Steinfurt: Eine Zweijährige wurde auf einem Gehweg erfasst und schwer verletzt. Die Polizei prüft den genauen Hergang.
Foto: Kristof Topolewski

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Steinfurt. Bei einem Unfall auf der Schorlemerstraße in Steinfurt ist ein zweijähriges Mädchen schwer verletzt worden. Das Kind lief am Montagnachmittag von einem Grundstück auf den Gehweg und wurde dort vom E-Scooter eines 16-Jährigen erfasst. Der Jugendliche erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei untersucht nun auch, ob er an dieser Stelle überhaupt mit dem E-Scooter fahren durfte.

Zweijährige läuft in Steinfurt auf den Gehweg

Nach Angaben der Polizei war der 16-Jährige am 10. August 2026 mit seinem E-Scooter in Richtung des nahe gelegenen Spielplatzes unterwegs. Gleichzeitig lief das Mädchen von einem Grundstück auf den Gehweg, wo es zu dem Zusammenstoß kam. Während das Kleinkind schwere Verletzungen erlitt, wurde der Jugendliche leicht verletzt. Zu den konkreten Verletzungen, einem möglichen Transport ins Krankenhaus und dem aktuellen Gesundheitszustand des Kindes machte die Polizei zunächst keine Angaben. Auch die genaue Geschwindigkeit des Rollers ist bislang nicht bekannt.

Durfte der Jugendliche auf dem Gehweg fahren?

Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern an. Nach Angaben des WDR wird dabei auch geprüft, ob der 16-Jährige die Unfallstelle mit seinem E-Scooter befahren durfte. Die Polizeimeldung bezeichnet den betroffenen Bereich als Gehweg, lässt jedoch offen, ob dieser zugleich als Radweg ausgewiesen oder ausdrücklich für Elektrokleinstfahrzeuge freigegeben ist. Auf gewöhnlichen Gehwegen sind E-Scooter grundsätzlich verboten. Eine Nutzung ist nur erlaubt, wenn ein Zusatzzeichen sie ausdrücklich gestattet. Eine abschließende Aussage zur Verantwortung der Beteiligten ist derzeit nicht möglich.

Polizei mahnt zu besonderer Vorsicht

Die Polizei appelliert an E-Scooter-Fahrer, ihre Geschwindigkeit an die örtlichen Verhältnisse anzupassen. Besondere Aufmerksamkeit sei in Wohngebieten und an Spielplätzen notwendig, da Kinder unvermittelt auf den Weg laufen könnten. Hinweise auf einen technischen Defekt, eine Manipulation des Fahrzeugs oder eine Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit gibt es in diesem Fall bislang nicht. Auch zur Frage, ob der Roller über die notwendige Betriebserlaubnis und Versicherungsplakette verfügte, wurden keine Angaben veröffentlicht.

E-Scooter-Unfälle nehmen in NRW deutlich zu

Der Unfall ereignet sich vor dem Hintergrund stark gestiegener Fallzahlen. In Nordrhein-Westfalen verunglückten 2025 insgesamt 4.456 Menschen mit E-Scootern oder anderen Elektrokleinstfahrzeugen – 46,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund elf Prozent wurden schwer verletzt, sechs Menschen kamen ums Leben. Besonders häufig betroffen waren junge Fahrer: Mehr als die Hälfte der Verunglückten war jünger als 25 Jahre. Auch im Kreis Coesfeld stieg die Zahl der registrierten E-Scooter-Unfälle von 16 im Jahr 2024 auf 35 im Jahr 2025.

Diese Regeln gelten für E-Scooter

E-Scooter dürfen in Deutschland ab einem Alter von 14 Jahren gefahren werden und bauartbedingt höchstens 20 Kilometer pro Stunde erreichen. Vorgeschrieben sind eine Betriebserlaubnis, eine Haftpflichtversicherung und eine gültige Versicherungsplakette. Fahrer müssen vorhandene Radwege oder Radfahrstreifen nutzen; fehlen diese, gehört der Roller auf die Fahrbahn. Gehwege und Fußgängerzonen dürfen nur bei ausdrücklicher Freigabe befahren werden. Eine Helmpflicht besteht bislang nicht, das Tragen eines Helms wird jedoch empfohlen.

Gemeinsame Anstrengungen von Stadt und Polizei

Die Stadtverwaltung und die Polizei werden die Entwicklung am Servatiiplatz eng begleiten und, wenn nötig, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eingreifen. Die Stadt wird immer dann als Ordnungsbehörde tätig, wenn geltende Regeln verletzt und die öffentliche Sicherheit durch konkrete Verhaltensweisen von Personen gefährdet wird.

Wiederholte Polizeieinsätze am Servatiiplatz

Am Servatiiplatz kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Erst kürzlich gerieten dort zwei Männer in einen Streit, der in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Die Polizei konnte die Kontrahenten trennen und hat ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 17-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet.

Ermittlungskommission der Polizei im Einsatz

Eine spezielle Ermittlungskommission der Polizei kümmert sich um den Servatiiplatz. In den vergangenen acht Wochen hat diese bereits 25 Strafverfahren eingeleitet. Zudem wurde ein 22-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, der im Verdacht steht, über einen längeren Zeitraum am Servatiiplatz mit Marihuana und Kokain gehandelt zu haben

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