
Münster. Kunst anschauen reicht diesmal nicht: Im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster können sich Besucherinnen und Besucher im September tatsächlich tätowieren lassen. Für einen Abend wird das Museum damit wieder zum Tattoostudio. Die Aktion gehört zur Kunstinstallation „Not Quite Under_Ground“ von Michael Smith, die bereits bei den Skulptur Projekten 2017 für Aufmerksamkeit sorgte. Termine können ab Freitag, 14. August, gebucht werden – und für Menschen über 65 gibt es sogar einen deutlichen Preisnachlass.
Am Freitag, 11. September, ist das Münsteraner Tattoostudio „Tätowiersucht“ zu Gast im LWL-Museum. Interessierte können sich dabei eines der Motive stechen lassen, die ursprünglich für die Skulptur Projekte Münster 2017 entstanden sind. Die Terminvergabe übernimmt das Studio direkt. Buchungen sind ab dem 14. August per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 0251 43651 möglich.
Wie bereits 2017 erhalten Menschen über 65 Jahre einen Seniorenrabatt von 50 Prozent. Wer sich vorab ein Bild von den möglichen Motiven machen möchte, kann diese sowohl im LWL-Museum als auch im Studio „Tätowiersucht“ am Hansaring 34 ansehen. Wer kein eigenes Tattoo möchte, darf der Aktion im Museum dennoch zuschauen.
Hinter der Aktion steckt ein Kunstwerk des US-amerikanischen Künstlers Michael Smith. Für die Skulptur Projekte 2017 ließ er am Hansaring ein vollständig funktionierendes Tattoostudio einrichten. Besucherinnen und Besucher konnten sich dort Motive verschiedener beteiligter und befreundeter Künstler sowie der Tätowierer selbst dauerhaft auf die Haut stechen lassen. Das Tattoo sollte dabei zugleich Souvenir und Teil des Kunstwerks sein.
Nicht nur das fertige Motiv gehörte zum Konzept. Auch der Weg zum Studio, die Auswahl des Tattoos, das eigentliche Stechen und schließlich das dauerhafte Tragen auf dem Körper wurden als Bestandteile des Kunstwerks verstanden. Nach den Skulptur Projekten erwarb der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das Werk für seine Sammlung.
Im Zuge einer Neupräsentation der Gegenwartskunst ist die Adaption des früheren Tattoostudios inzwischen in der Dauerausstellung des LWL-Museums zu sehen. Mit den Tattoo-Terminen wird das Werk nun wieder praktisch aktiviert und damit näher an seine ursprüngliche Form aus dem Jahr 2017 gebracht.
Die Aktion im September ist dabei nicht die letzte Gelegenheit. Eine weitere und zugleich letzte Tattoo-Aktion ist für den 13. November angekündigt. Die Buchung dafür soll vier Wochen vorher möglich sein. Damit wird das Museum in diesem Jahr gleich mehrfach zu einem Ort, an dem Kunst nicht nur betrachtet, sondern tatsächlich dauerhaft mitgenommen werden kann.






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