
Münster. Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit wird die neue Pleistermühlenweg-Brücke in Münster am Freitag, 21. August 2026, für den Verkehr freigegeben. Das Bauwerk überspannt den Dortmund-Ems-Kanal in Mauritz und ersetzt eine Brücke aus dem Jahr 1954. Wichtig: Trotz ihres Namens führt die Pleistermühlenweg-Brücke nicht den Pleistermühlenweg, sondern die Straße Zum Guten Hirten über den Kanal.
Der Neubau war notwendig geworden, weil die alte Brücke für den Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals nicht mehr ausreichte. Ihre Durchfahrtshöhe lag bei rund 4,54 Metern, während für den künftig ausgebauten Kanal mindestens 5,25 Meter erforderlich sind. Auch die bisherige lichte Weite von etwa 50 Metern war zu gering.
Die neue Konstruktion erreicht eine Stützweite von rund 98,7 Metern. Vorgesehen sind eine sechs Meter breite Fahrbahn sowie Gehwege auf beiden Seiten. Der stählerne Überbau besteht aus einem einzelnen Bogen und einer sogenannten orthotropen Fahrbahnplatte. Für Rückbau und Neubau war Anfang 2024 ein Bauvolumen von rund 15,6 Millionen Euro veranschlagt worden.
Zu den auffälligsten Bauphasen gehörte das Einschimmen des neuen Stahlüberbaus Anfang Juni 2026. Die rund 800 Tonnen schwere Konstruktion war zuvor auf einem Montageplatz nordöstlich ihrer späteren Position zusammengesetzt worden. Anschließend wurde sie auf Pontons gesetzt und zu den neuen Stahlbeton-Widerlagern transportiert.
Die alte Brücke war bereits im Dezember 2024 unter einer Vollsperrung des Dortmund-Ems-Kanals ausgehoben worden. Während der Bauzeit wurde der Autoverkehr über die Laerer-Landweg-Brücke umgeleitet. Für Fußgänger und Radfahrer steht seit November 2024 eine eigene Behelfsbrücke zur Verfügung.
Mit der Freigabe der neuen Pleistermühlenweg-Brücke verschwindet das Provisorium allerdings nicht. Die Behelfsbrücke wird unmittelbar für die nächste Baustelle am Kanal weitergenutzt: Rund 400 Meter weiter nördlich wird die Prozessionsweg-Brücke neu gebaut.
Sie dient vor allem dem Fuß- und Radverkehr. Nach den derzeitigen Planungen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes läuft die Bauphase dort bis Ende 2026. Während dieser Arbeiten soll die bestehende Behelfsbrücke weiterhin als Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer erhalten bleiben.
Die beiden Brücken sind Teil des umfangreichen Ausbaus der Stadtstrecke Münster des Dortmund-Ems-Kanals. Die Wasserstraße wird verbreitert und vertieft, damit künftig größere Schiffe passieren können. Dafür müssen entlang der Strecke mehrere Brücken und weitere Bauwerke angepasst oder vollständig ersetzt werden.
Mit der Freigabe am 21. August ist das Gesamtprojekt deshalb noch lange nicht beendet. Auch die benachbarte Mauritzer Eisenbahn-Brücke soll ersetzt werden; dort ist derzeit eine Bauzeit bis März 2028 vorgesehen. Für den Abschluss des gesamten Kanalausbaus in der Stadtstrecke Münster wurde ebenfalls das Jahr 2028 genannt.
Begleitet wurde das Projekt zeitweise auch von politischen Diskussionen. Der Rat der Stadt Münster hatte 2024 umfangreiche Baumfällungen im Bereich der Pleistermühlenweg- und Prozessionsweg-Brücke kritisiert und gefordert, Eingriffe bei weiteren Bauarbeiten möglichst zu reduzieren.
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