Bahnverkehr in Münster vor Veränderungen: Neue Betreiber

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Foto: Thomas

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Münster. Im Regionalverkehr rund um Münster zeichnet sich ein größerer Betreiberwechsel ab, der auf mehreren Strecken zugleich deutlich mehr Sitzplätze bringen soll. Die WestfalenBahn soll künftig die Linien RE 7 und RE 42 übernehmen, die bislang von National Express beziehungsweise DB Regio betrieben werden. Gleichzeitig soll DB Regio weitere Verbindungen übernehmen oder fortführen. Insgesamt 50 neue Doppelstockzüge sollen ab Ende 2031 und Ende 2032 auf fünf Regionalexpress-Linien zum Einsatz kommen. Die zuständigen Verkehrsverbünde haben die Vergabeentscheidung getroffen. Der endgültige Zuschlag steht noch aus.

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Betreiberwechsel im Bahnverkehr: Diese Linien sind betroffen

Die Neuausschreibung betrifft das Teilnetz B des Rhein-Ruhr-Express (RRX). Für Fahrgäste in Münster bringt der geplante Betreiberwechsel im Bahnverkehr mehrere Veränderungen mit sich. Während DB Regio auf der Linie RE 2 weiterhin zuständig bleiben soll, wechseln auf zwei anderen wichtigen Verbindungen die Unternehmen. Gleichzeitig sollen größere Fahrzeuge für mehr Sitzplätze sorgen.

Besonders deutlich werden die Veränderungen beim RE 7 zwischen Rheine, Münster und Köln sowie beim RE 42 zwischen Münster und Mönchengladbach. Beide Linien sollen künftig von der WestfalenBahn gefahren werden.

Die geplante Aufteilung im Überblick:

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LinieBisheriger BetreiberKünftiger Betreiber
RE 2DB RegioDB Regio
RE 3Eurobahn*DB Regio
RE 7National ExpressWestfalenBahn
RE 42DB RegioWestfalenBahn
RE 45Bisher Teil der RE 42DB Regio

Beim RE 3 ist bereits ab Dezember 2026 ein zwischenzeitlicher Betreiberwechsel von Eurobahn zu VIAS Rail vorgesehen. DB Regio soll die Linie ab Dezember 2032 übernehmen.

WestfalenBahn übernimmt zwei wichtige Verbindungen in Münster

Für die WestfalenBahn bedeutet die Vergabe eine deutliche Ausweitung ihres Angebots im Münsterland. Das Unternehmen fährt bereits heute unter anderem die Linie RE 15 zwischen Münster, Rheine und Emden. Künftig sollen mit dem RE 7 und dem RE 42 zwei weitere stark nachgefragte Verbindungen hinzukommen.

Der RE 7 verbindet Krefeld über Köln, Wuppertal, Hagen, Hamm und Münster mit Rheine. National Express betreibt diese Linie seit Dezember 2015. Nach den aktuellen Plänen soll die WestfalenBahn im Dezember 2032 übernehmen.

Die Verbindung RE 42 von Mönchengladbach über Krefeld und Essen nach Münster gehört bislang zum Netz der DB Regio. Ab Dezember 2031 soll auch diese Strecke von der WestfalenBahn bedient werden.

Für beide Linien sind 16 neue, sechsteilige Doppelstockzüge des Typs KISS MIX von Stadler vorgesehen. Jeder Zug soll 630 Sitzplätze bieten. Damit wollen die Aufgabenträger die Kapazitäten auf den stark ausgelasteten Strecken deutlich erhöhen. Gerade für Pendler zwischen Münster, dem Ruhrgebiet und dem Rheinland könnte das künftig mehr freie Sitzplätze bedeuten.

DB Regio bleibt auf RE 2 und übernimmt weitere Verbindungen

DB Regio soll künftig die Linien RE 2, RE 3 und RE 45 betreiben. Während der RE 2 zwischen Düsseldorf, Essen, Münster und Osnabrück bereits heute von DB Regio gefahren wird, verändert sich die Zuständigkeit beim RE 3.

Dort ist derzeit noch die Eurobahn im Einsatz. Ab Dezember 2026 soll VIAS Rail den Betrieb vorübergehend übernehmen. Im Rahmen der neuen RRX-Vergabe ist der Start von DB Regio für Dezember 2032 vorgesehen.

Zudem wird die bisherige RE 42 neu aufgeteilt. Die Fahrten, die ausschließlich zwischen Essen und Münster verkehren, sollen künftig als eigenständige Linie RE 45 von DB Regio angeboten werden. Die weiter bis Mönchengladbach führende RE 42 soll dagegen an die WestfalenBahn gehen.

DB Regio plant die Anschaffung von 34 vierteiligen Doppelstockzügen des Typs Eurocaravaggio von Hitachi. Die Fahrzeuge sollen jeweils 370 Sitzplätze bieten. Auf den Linien RE 2 und RE 3 ist überwiegend der Einsatz von zwei gekoppelten Zügen vorgesehen. Damit stehen pro Fahrt bis zu 740 Sitzplätze zur Verfügung, deutlich mehr als bislang.

Langfristig könnte die Linie RE 3 außerdem über Düsseldorf hinaus bis zum Flughafen Köln/Bonn verlängert werden. Voraussetzung dafür ist der entsprechende Ausbau des RRX-Netzes.

Neue Doppelstockzüge ab 2031: Wann die Änderungen beginnen

Die Betriebsaufnahme ist in zwei Schritten vorgesehen. Im Dezember 2031 sollen die Linien RE 2, RE 42 und RE 45 nach den neuen Verträgen starten. Im Dezember 2032 folgen die Linien RE 3 und RE 7.

Die beiden Verkehrsverträge sollen jeweils bis Dezember 2046 laufen. Insgesamt umfassen die ausgeschriebenen Leistungen mehr als zehn Millionen Zugkilometer pro Jahr.

Beschlossen wurde die Vergabe von den zuständigen politischen Gremien des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), von go.Rheinland, des Nahverkehrs Westfalen-Lippe (NWL) und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Der endgültige Zuschlag kann frühestens nach Ablauf einer gesetzlichen Wartefrist von zehn Kalendertagen erteilt werden.

Die insgesamt 50 neuen Fahrzeuge werden von den Bahnunternehmen beschafft, aber durch die nordrhein-westfälischen Aufgabenträger finanziert. Sie sollen in deren Eigentum übergehen und für einen Zeitraum von 30 Jahren eingesetzt werden. Zusätzliche Vereinbarungen mit den Herstellern sollen außerdem die Ersatzteilversorgung und technische Wartung langfristig sicherstellen.

Was bedeutet die Entscheidung für Fahrgäste in Münster?

Für Pendler und andere Bahnreisende stehen vor allem zwei Veränderungen im Mittelpunkt: neue Betreiber auf wichtigen Regionalexpress-Linien und deutlich größere Zugkapazitäten. Auf dem RE 7 und dem RE 42 sollen künftig Doppelstockzüge mit jeweils 630 Sitzplätzen eingesetzt werden. Auch auf dem RE 2 sind durch die überwiegend vorgesehenen Doppeltraktionen mit insgesamt 740 Sitzplätzen größere Kapazitäten geplant.

Mehr Sitzplätze könnten vor allem während der Hauptverkehrszeiten für Entlastung sorgen. Ob sich dadurch auch die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit verbessern, bleibt abzuwarten. Die grundlegenden Veränderungen beginnen frühestens Ende 2031. Bis dahin bleiben die bisherigen Betreiber auf den meisten betroffenen Strecken zunächst zuständig.

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