
Münster. Der Jahreswechsel 2025 auf 2026 ist in Münster insgesamt ruhig verlaufen, wurde jedoch durch einen Angriff auf Einsatzkräfte in der Innenstadt überschattet. Rund um Mitternacht feierten viele Menschen vor allem im innerstädtischen Bereich und am Hafen den Start ins neue Jahr. Trotz hoher Besucherzahlen blieb die Zahl der polizeilichen Einsätze überschaubar, wie die Polizei Münster zum Verlauf der Silvesternacht mitteilt.
Nach Angaben der Polizei registrierte die Leitstelle insgesamt 38 Einsätze mit direktem Bezug zu den Feierlichkeiten. Dabei handelte es sich überwiegend um silvestertypische Anlässe wie Ruhestörungen oder körperliche Auseinandersetzungen. Die Einsatzkräfte fertigten sechs Anzeigen wegen Körperverletzung sowie eine Strafanzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Zusätzlich stellten die Beamten in neun Fällen illegales Feuerwerk sicher. Insgesamt bewertet die Polizei den Jahreswechsel dennoch als weitgehend friedlich, insbesondere angesichts der vielen Menschen, die in Münster auf den Straßen unterwegs waren.
Ein Einsatz am Ludgeriplatz entwickelte sich in der Nacht zu einer angespannten Lage. Gegen 00.30 Uhr wurde ein Streifenwagen mit Flaschen beworfen. Den eingesetzten Polizisten gelang es zunächst, einen flüchtenden Tatverdächtigen zu stellen. Während der anschließenden Maßnahmen griff ein weiterer Mann die Einsatzkräfte an, wodurch sich die Situation weiter zuspitzte.
Um den Angriff zu beenden, setzten die Beamten ein Distanzelektroimpulsgerät ein. Gleichzeitig kam es aus einer Gruppe von etwa zehn Personen zu weiteren Beschimpfungen. Ein Mann versuchte zudem, die festgehaltenen Personen zu befreien. Da zusätzliche Unterstützungskräfte eintrafen und weitere Angriffe nicht ausgeschlossen werden konnten, griff die Polizei zum Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray. Insgesamt wurden drei Personen vorübergehend festgenommen. Drei Polizisten erlitten bei dem Einsatz leichte Verletzungen, konnten ihren Dienst jedoch fortsetzen.
Wie auch in den vergangenen Jahren war die Polizei Münster in der Silvesternacht mit verstärkten Kräften im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Ziel war es, frühzeitig auf Störungen reagieren zu können und größere Eskalationen zu verhindern. In den meisten Fällen blieb es bei Einsätzen, die für den Jahreswechsel als typisch gelten, während größere Schadenslagen ausblieben.
Aus Sicht der Polizei zeigt die Bilanz, dass die Einsatzstrategie trotz einzelner Vorfälle wirksam war. Der überwiegend ruhige Verlauf unterstreicht, dass viele Menschen in Münster den Jahreswechsel friedlich gefeiert haben, auch wenn der Angriff auf Einsatzkräfte einen deutlichen Akzent in der Silvesternacht setzte.