Protest gegen NATO-Auszeichnung: Alternativer Friedenspreis in Münster geplant

Protest gegen NATO-Auszeichnung: In Münster planen Friedensinitiativen einen Alternativen Westfälischen Friedenspreis als Gegenentwurf zur WWL-Entscheidung.
Christian Schnettelker, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Münster. Friedensinitiativen in Münster reagieren auf die geplante Vergabe des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO mit einem eigenen Gegenentwurf. Als Zeichen des Protests soll ein Alternativer Westfälischer Friedenspreis ins Leben gerufen werden. Dafür wurde am Freitag ein neuer Trägerverein gegründet.

Neuer Verein will Zeichen gegen NATO-Preis setzen

Hinter dem Vorhaben steht der neu gegründete „Verein Alternativer Westfälischer Friedenspreis“, der sich ausdrücklich als kritische Antwort auf die Entscheidung der Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe versteht. Diese hatte im November 2025 bekanntgegeben, den renommierten Friedenspreis 2026 an die NATO zu vergeben.

Aus Sicht der Initiativen sei die Auswahl des Militärbündnisses nicht mit dem ursprünglichen Geist des Westfälischen Friedens vereinbar. Der neue Preis soll daher ein alternatives Verständnis von Friedensarbeit sichtbar machen.

10.000 Euro Preisgeld und Verleihung im Rathaus

Der Alternative Westfälische Friedenspreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Finanzierung soll über Mitgliedsbeiträge und Spenden erfolgen. Als Ort der Preisverleihung ist das Historisches Rathaus Münster vorgesehen – derselbe symbolträchtige Ort, an dem auch der offizielle Friedenspreis überreicht wird.

Damit wollen die Initiatoren bewusst die historische Bedeutung Münsters als Friedensstadt aufgreifen und zugleich einen Kontrapunkt zur NATO-Ehrung setzen.

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Hintergrund: Friedenspreis 2026 geht an NATO

Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 in der Regel im zweijährigen Turnus vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählten vor allem internationale Politikerinnen und Politiker. Für 2026 ist vorgesehen, den Preis stellvertretend an NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu verleihen. Die Gesamtdotierung beträgt 100.000 Euro.

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Zusätzlich plant die WWL einen Jugendpreis, der 2026 an die Initiative socioMovens („Giving Europe a Soul“) gehen soll.

Kritik aus kirchlichen Friedenskreisen

Die Entscheidung zugunsten der NATO stößt bereits seit Monaten auf Widerstand. Insbesondere kirchlich geprägte Friedensgruppen äußern öffentlich Kritik. So haben Vertreter von pax christi im Bistum Münster Zweifel daran geäußert, ob ein Militärbündnis mit dem Anspruch eines Friedenspreises vereinbar ist.

Der nun geplante alternative Preis gibt dieser Kritik eine organisatorische und öffentliche Form.

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