Stille Stunde: Was hinter dem neuen Angebot im Stadtmuseum Münster steckt

Reizarmer Museumsbesuch: Das Stadtmuseum Münster bietet mit der „Stillen Stunde“ mehr Zugänglichkeit für sensible Besucherinnen und Besucher.
Für Gäste der „Stillen Stunde“ gibt es im Stadtmuseum verschiedene Hilfen wie etwa Gehörschutz. ©Stadt Münster

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Münster. Das Stadtmuseum Münster bietet seit dem Frühjahr ein besonderes Format an: die sogenannte „Stille Stunde“. Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich bei klassischen Museumsbesuchen schnell überfordert fühlen, etwa durch viele Besucher, Geräusche oder unvorhersehbare Situationen. Angesprochen sind unter anderem Personen aus dem Autismus-Spektrum sowie Menschen mit sensorischen Empfindlichkeiten.

Feste Termine und klare Zeitfenster

Die „Stille Stunde“ findet regelmäßig jeden dritten Dienstag im Monat statt. Nach aktuellem Stand beginnt sie ab 16 Uhr. Für das Jahr 2026 sind bereits zahlreiche Termine veröffentlicht, darunter im Februar, März, April, Mai sowie im weiteren Jahresverlauf bis Dezember. Ziel ist es, den Besuch planbar und verlässlich zu gestalten.

Warum das Museum neue Wege geht

Hinter dem Angebot steht der Anspruch, Barrieren im Kulturbereich abzubauen. Geräuschkulissen, viele Menschen und spontane Interaktionen können für manche Besucherinnen und Besucher stark belastend sein. Die Idee zur „Stillen Stunde“ entstand aus dem direkten Arbeitsumfeld des Museums: Eine Kollegin konnte wegen der äußeren Umstände nicht an einem Workshop teilnehmen. Daraus entwickelte sich der Impuls, ein dauerhaftes, inklusives Format zu schaffen.

Mehrjährige Vorbereitung und externe Unterstützung

Bis zur Umsetzung vergingen mehr als zwei Jahre. In dieser Zeit entwickelte das Museum gemeinsam mit externen Fachstellen ein tragfähiges Konzept. Als Kooperationspartner waren unter anderem das Autismus-Therapiezentrum im DRK-Kreisverband Münster eingebunden. Realisiert werden konnte das Projekt schließlich mit Unterstützung einer Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost.

Struktur und Orientierung stehen im Mittelpunkt

Zentrales Element des Angebots ist der sogenannte „Stille-Stunde-Pfad“. Er hilft Besucherinnen und Besuchern, sich bereits vorab auf den Museumsbesuch vorzubereiten. Der Pfad steht als App, PDF oder gedruckte Broschüre zur Verfügung und zeigt Schritt für Schritt, was vor Ort erwartet. Damit soll Unsicherheit reduziert und ein selbstbestimmter Besuch ermöglicht werden.

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Was sich während der Stillen Stunde im Museum ändert

Während der Stillen Stunde gelten im Museum besondere Rahmenbedingungen. Laute Geräuschquellen bleiben ausgeschaltet, parallele Führungen oder Veranstaltungen finden nicht statt. Das Museumspersonal ist speziell geschult, Assistenzhunde sind erlaubt. Zusätzlich können Kommunikationskarten ausgeliehen werden. Andere Gäste werden gebeten, niemanden aktiv anzusprechen und nicht auf ungewohntes Verhalten zu reagieren.

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Erweiterung des Angebots im Jahr 2026

Neu ist im Jahr 2026 eine Kombination der Stillen Stunde mit einem Zeichenkurs. Dieses Format dauert zwei Stunden, findet von 16 bis 18 Uhr statt und ist auf maximal sechs Teilnehmende begrenzt. Eine Begleitperson kann kostenfrei teilnehmen. Die Teilnahme kostet 17 Euro inklusive Material, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

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