
Münster könnte 2029 Teil eines europaweit beachteten Jugendprojekts werden. Nicht als Einzelstadt, sondern im Verbund mit der Euregio bewirbt sich die Region um den Titel „Europäische Jugendhauptstadt“. Der Ansatz ist außergewöhnlich und politisch sorgt die Bewerbung bereits jetzt für Diskussionen. In den kommenden Monaten entscheidet sich, ob Münster eine zentrale Rolle in einem grenzüberschreitenden Jugendprogramm übernehmen könnte.
Die Auszeichnung European Youth Capital wird seit 2009 an Städte oder Regionen vergeben, die sich in besonderer Weise für Jugendbeteiligung, Mitbestimmung und die Stärkung von Jugendrechten einsetzen. Verliehen wird der Titel vom European Youth Forum, einem europaweiten Dachverband von Jugendorganisationen – nicht von einer EU-Behörde.
Zu den bisherigen Titelträgern zählen unter anderem Rotterdam als erste Jugendhauptstadt, später folgten Städte wie Turin, Antwerpen, Tirana oder Lublin. Aktueller Titelträger ist Tromsø in Norwegen. Für die kommenden Jahre stehen Lviv (2025), Tromsø (2026), Parma (2027) und Podgorica (2028) fest.
Für das Titeljahr 2029 bewirbt sich nicht eine einzelne Stadt, sondern die EUREGIO als grenzüberschreitende Region. Nach Angaben der Verwaltung ist dieser Ansatz europaweit eher ungewöhnlich. Ziel ist es, Jugendpolitik nicht nur lokal, sondern über Ländergrenzen hinweg sichtbar zu machen.
Die Stadt Münster ist in diesen Prozess eingebunden. Aktivitäten und Strukturen der Stadt sollen im Rahmen der Euregio-Bewerbung „mit abgebildet“ werden. Der interne Bewerbungsprozess gilt laut Verwaltung bereits als weit fortgeschritten.
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Am 4. Februar soll sich der Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien mit dem aktuellen Stand der Bewerbung befassen. Zuvor hatte die CDU im Frühjahr per Ratsantrag angeregt, Münster solle sich selbst um den Titel bewerben. In dem Antrag wurde die Stadt als jung, dynamisch und weltoffen beschrieben und auf bestehende Kooperationen mit Jugendorganisationen, Vereinen und Schulen verwiesen.
Die Verwaltung sieht diesen Antrag inzwischen als erledigt an, da die Ziele einer städtischen Bewerbung durch das Engagement innerhalb der Euregio abgedeckt würden.
Das Auswahlverfahren für die Europäische Jugendhauptstadt 2029 läuft in mehreren Stufen. Bis zum 17. Februar 2026 müssen interessierte Bewerber zunächst eine sogenannte „Concept Note“ einreichen. Anschließend wählt die Jury bis zu fünf Kandidaten für eine engere Auswahl aus.
Der endgültige Titelträger wird bei einer Award-Zeremonie im November 2026 bekannt gegeben. Die Gewinnerkommune oder -region hat danach zwei Jahre Zeit, um das Programm für das Titeljahr vorzubereiten.
Die Euregio kann bereits auf Wettbewerbserfahrung zurückblicken. Eine frühere Bewerbung für das Titeljahr 2028 schaffte es zwar nicht unter die letzten fünf Kandidaten, erhielt nach Angaben der Region jedoch positives Jury-Feedback. Dieses habe maßgeblich zur erneuten Bewerbung ermutigt.
Als inhaltliche Grundlage verweist die Euregio unter anderem auf bestehende Strukturen wie „EUREGIO Youth“, einen grenzüberschreitenden Austausch von Jugendräten, einen jährlichen Ideenwettbewerb sowie Projekte im Bereich Mobilität, etwa ein gemeinsames ÖPNV-Ticket.
Im November wird bekanntgegeben, wer den Zuschlag für 2029 erhält. Sollte die Euregio erfolgreich sein, wäre auch in Münster mit einem umfangreichen Programm zu rechnen. Dieses könnte Veranstaltungen, Beteiligungsformate und internationale Jugendprojekte umfassen – vorbereitet über einen Zeitraum von zwei Jahren.
Ob der Titel letztlich in die Region kommt, entscheidet sich damit erst in einigen Monaten. Fest steht jedoch: Münster ist Teil eines ambitionierten, europaweit beachteten Bewerbungsprozesses.
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