
Münster. Wie anfällig deutsche Großstädte künftig für Extremwetter und Klimafolgen sein könnten, zeigt ein neues Städteranking mit dem Indikator „Klimarisiko 2050“. Münster schneidet dabei im bundesweiten Vergleich auffallend gut ab und landet unter den zehn Städten mit der geringsten Gefährdung. Bewertet wurden insgesamt 71 kreisfreie Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Grundlage der Auswertung ist das aktuelle Städteranking von ImmoScout24, der WirtschaftsWoche und der IW Consult. Erstmals fließt dabei ein eigenständiger Klimaindikator ein, der Risiken wie Starkregen, Überschwemmungen, Hitze, Dürre, Sturm und Wasserknappheit bis zum Jahr 2050 bewertet.
Münster erreicht im Klimarisiko-Index Rang 9 und liegt damit deutlich vor vielen anderen Großstädten. Damit zählt die Stadt zu einer Gruppe von Kommunen, die laut Analyse vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber den erwarteten Folgen des Klimawandels sind. Für die Bewertung wurden nicht nur geografische Faktoren berücksichtigt, sondern auch die Verwundbarkeit technischer Infrastrukturen.
Ausschlaggebend für die gute Platzierung Münsters ist vor allem die geografische Lage. Die Stadt liegt weder an der Küste noch an einem großen Strom, wodurch Risiken wie Sturmfluten oder großflächige Überschwemmungen deutlich geringer ausfallen. Auch extreme Hitzewellen treten im Vergleich zu südlicheren Regionen seltener auf, was sich positiv auf die Gesamtbewertung auswirkt.
Gleichzeitig zeigt der Klimaindex, dass Münster zwar ein leicht erhöhtes Risiko für Wasserknappheit aufweist, dieses im bundesweiten Vergleich jedoch weiterhin als niedrig eingestuft wird. Damit liegt die Stadt zwar nicht völlig außerhalb klimatischer Herausforderungen, gilt aber insgesamt als stabil aufgestellt.
Auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen schneiden im Ranking gut ab. Remscheid, Bielefeld, Solingen, Aachen, Dortmund, Bochum und Wuppertal finden sich ebenfalls unter den am wenigsten gefährdeten Großstädten. Das deutet darauf hin, dass viele Binnenlandstädte im Westen Deutschlands strukturelle Vorteile gegenüber Küsten- und Flussstädten haben.
Für Münster bedeutet das Ergebnis vor allem eines: Klimaanpassung bleibt ein Thema, erfolgt aber aus einer vergleichsweise günstigen Ausgangslage. Damit reagiert die Stadt auf Risiken, die zwar vorhanden sind, aber weniger akut ausfallen als in anderen Regionen.
Das Städteranking macht zugleich deutlich, wie stark sich die Klimarisiken zwischen den einzelnen Städten unterscheiden. Am stärksten gefährdet ist Bremerhaven, das im Ranking den letzten Platz belegt. Dort wirken sich insbesondere Sturm, Starkregen und Sturmfluten aus. Auch Mannheim und Ludwigshafen rangieren weit hinten, da sie sowohl durch Hochwassergefahr an Rhein und Neckar als auch durch zunehmende Trockenheit betroffen sind.
Weitere Städte mit hohem Klimarisiko sind Bremen, Heidelberg, Rostock und Frankfurt am Main. Frankfurt ist dabei die einzige Metropole, die unter den zehn am stärksten gefährdeten Städten landet. Gründe dafür sind unter anderem Überschwemmungsrisiken sowie zunehmende Dürreperioden.
Für die Analyse wurden laut den beteiligten Institutionen mehr als eine Million Standorte ausgewertet. Grundlage ist eine Naturgefahrenanalyse mit einem Raster von 100 mal 100 Metern. Bewertet wurden zehn unterschiedliche Klimagefahren auf Basis eines Szenarios mit weiterhin hohen Treibhausgasemissionen bis 2050.
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