Fünf Monate Stillstand auf NRW-Hauptstrecke: Auch Auswirkungen für Münster

Bahnstrecke Köln Hagen Sanierung
Foto: Daniel Abadia / unsplash

Teilen:

Was zunächst wie ein regionales Bahnprojekt zwischen dem Rheinland und dem südlichen Ruhrgebiet wirkt, hat spürbare Folgen bis nach Münster. Seit Freitagabend ist die wichtige Bahnverbindung zwischen Köln, Wuppertal und Hagen für mehr als fünf Monate weitgehend gesperrt. Die Deutsche Bahn saniert die Strecke grundlegend. Für Reisende aus Münster und dem Münsterland bedeutet das längere Fahrzeiten, mehr Umstiege und eine deutlich höhere Störanfälligkeit auf vielen wichtigen Relationen.

Warum die Strecke für NRW so wichtig ist

Die rund 65 Kilometer lange Verbindung zwischen Hagen und Köln gilt als zentrale Ost-West-Achse im nordrhein-westfälischen Bahnnetz. Sie verbindet das Ruhrgebiet mit dem Rheinland und wird sowohl von zahlreichen Regionalverbindungen als auch vom Fernverkehr genutzt. ICE-Züge in Richtung Rhein-Main-Gebiet, Süddeutschland sowie nach Hannover, Berlin oder Hamburg passieren diesen Korridor normalerweise regelmäßig.

Entsprechend groß sind die Auswirkungen, wenn diese Strecke über Monate hinweg praktisch vollständig gesperrt wird.

Ursache der Sanierung: Überalterte Infrastruktur

Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die technische Infrastruktur entlang der Strecke stark in die Jahre gekommen. Gleise, Weichen und Oberleitungen galten zuletzt als zunehmend störanfällig, Verspätungen und Zugausfälle häuften sich. Die Generalsanierung soll diese Probleme grundlegend beheben und den Betrieb langfristig stabilisieren.

Für das Projekt veranschlagt die Bahn Investitionen von rund 800 Millionen Euro.

Was während der Bauzeit erneuert wird

Im Zuge der Arbeiten werden große Teile der Strecke modernisiert. Geplant sind unter anderem:

  • die Erneuerung von rund 81 Kilometern Gleis,

  • der Austausch von 28 Weichen,

  • die Modernisierung von etwa 29 Kilometern Oberleitung,

  • der Bau von knapp vier Kilometern zusätzlichem Schallschutz.

Darüber hinaus werden zwölf Bahnhöfe entlang der Strecke umgebaut. Vorgesehen sind barrierefreie Bahnsteige mit höhengleichem Einstieg, neue oder erneuerte Aufzüge sowie sanierte Bahnsteigdächer. Betroffen sind unter anderem Stationen im Raum Wuppertal, Solingen und Leverkusen.

Das lesen andere gerade

Alte Brücke in Schwerte sorgt für zusätzliche Sperrungen

Zusätzliche Einschränkungen ergeben sich durch eine weitere Baustelle in Schwerte. Dort muss eine rund 120 Jahre alte Eisenbahnbrücke kurzfristig abgerissen werden. Die Arbeiten beginnen Anfang April 2026 und sollen Mitte Mai abgeschlossen sein.

Während dieser Phase ist der Fernverkehr auf dem betroffenen Abschnitt sogar bis Dortmund unterbrochen. Die ohnehin schon weiträumigen Umleitungen werden dadurch nochmals verlängert.

Fernverkehr: Umleitungen und längere Fahrzeiten

Während der gesamten Bauzeit verkehren keine Fernzüge zwischen Köln, Wuppertal und Hagen. Die Züge werden über alternative Routen geführt, unter anderem über Düsseldorf, Duisburg und weitere Knoten im Ruhrgebiet.

Für Reisende bedeutet das Fahrzeitverlängerungen von etwa 20 bis 40 Minuten. Zudem entfallen Fernverkehrshalte in Wuppertal und Solingen vollständig, in Hagen teilweise bis Mitte Mai. Die veränderten Laufwege erhöhen zugleich die Anfälligkeit für Verspätungen im gesamten Netz.

Regionalverkehr stark eingeschränkt

Auch der Regionalverkehr ist erheblich betroffen. Je nach Bauphase fallen mehrere Linien ganz oder teilweise aus. Als Ersatz setzen Bahn und Verkehrsverbünde rund 200 Busse ein. Auf einzelnen Abschnitten, darunter zwischen Haan-Gruiten und Leverkusen-Opladen, ist während der gesamten Generalsanierung kein Zugverkehr möglich.

Die Auswirkungen reichen dabei über die direkt betroffene Region hinaus, da sich Ausfälle und Taktänderungen auf Anschlussverbindungen im gesamten NRW-Netz auswirken können.

Stellwerke bleiben vorerst unangetastet

Trotz der umfassenden Bauarbeiten bleibt ein zentraler Teil der Infrastruktur unverändert. Die Stellwerke entlang der Strecke werden im Zuge der Generalsanierung nicht modernisiert. Eine Erneuerung stellt die Bahn erst für die 2030er Jahre in Aussicht. Damit bleibt ein potenzieller Störfaktor auch nach Abschluss der aktuellen Arbeiten bestehen.

Teil eines bundesweiten Sanierungsprogramms

Die Sperrung zwischen Köln und Hagen ist Teil eines größeren Programms der Deutschen Bahn. Bundesweit sollen rund 40 stark belastete Strecken grundlegend modernisiert werden. In Nordrhein-Westfalen stehen weitere Großprojekte bereits fest, darunter Troisdorf–Wiesbaden ab 2026 sowie Hagen–Unna–Hamm ab 2028. Langfristig folgen unter anderem die Korridore Aachen–Köln, Münster–Recklinghausen und Osnabrück–Münster.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu