Krankenstand im Münsterland bleibt hoch: 19 Fehltage im Durchschnitt

NRW-Krankenhausplan 2025: Was sich für Patienten und Kliniken jetzt ändert. Die Entscheidung des OVG Münster zur NRW-Krankenhausreform bestätigt den Kurs der Spezialisierung und weist eine Klinik in Coesfeld zurück.
Foto: Parentingupstream

Teilen:

Münster. Der Krankenstand im Münsterland hat sich 2025 auf hohem Niveau stabilisiert. Nach aktuellen Auswertungen der DAK-Gesundheit waren Beschäftigte in der Region durchschnittlich 19 Kalendertage krankgeschrieben. Die Quote lag bei 5,3 Prozent und damit nahezu unverändert zum Vorjahr.

Ein Krankenstand von 5,3 Prozent bedeutet rechnerisch, dass an jedem Tag 53 von 1.000 erwerbstätigen Versicherten arbeitsunfähig gemeldet waren. Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen schneidet das Münsterland etwas günstiger ab: Landesweit kamen DAK-versicherte Beschäftigte auf rund 20,4 Fehltage pro Kopf bei einer Quote von 5,6 Prozent. Auch im Bundesvergleich liegt die Region leicht unter dem Durchschnitt von 19,5 Fehltagen und 5,4 Prozent.

Muskel-Skelett-Erkrankungen bleiben Hauptursache

Den größten Anteil an den Fehlzeiten hatten erneut Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Auf 100 erwerbstätige Versicherte entfielen 384 Fehltage in diesem Bereich. Damit bleiben Rückenbeschwerden, Bandscheibenprobleme oder andere orthopädische Diagnosen die häufigste Ursache für Krankschreibungen, auch wenn die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückging.

Auf Rang zwei folgten psychische Erkrankungen mit 328 Fehltagen je 100 Versicherte. Hier zeigt sich eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr. Atemwegserkrankungen belegten mit 323 Fehltagen den dritten Platz.

Zwei Drittel mindestens einmal krankgeschrieben

Die Analyse basiert auf den Krankschreibungen DAK-versicherter Beschäftigter im Münsterland, die vom Berliner IGES Institut ausgewertet wurden. Demnach hatten knapp zwei Drittel der Versicherten im Jahr 2025 mindestens eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Auffällig ist zudem die Rolle besonders langer Krankheitsfälle: Krankschreibungen von mehr als 42 Tagen machten zwar nur rund 2,5 Prozent aller Fälle aus, verursachen jedoch einen erheblichen Anteil der gesamten Ausfalltage. Für Betriebe stellen diese Langzeiterkrankungen eine besondere organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung dar.

Debatte um Krankmeldungen und elektronische AU

Die bundesweite Diskussion über vermeintlich steigende Krankmeldungen wird unter anderem mit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erklärt. Seit der Umstellung sind Krankheitsfälle statistisch vollständiger erfasst. Für den direkten Vergleich zwischen 2024 und 2025 spielt dieser Effekt jedoch eine geringere Rolle, da beide Jahre im gleichen System dokumentiert wurden.

Das lesen andere gerade

Betriebliches Gesundheitsmanagement als Ansatzpunkt

Angesichts des stabil hohen Niveaus sieht die DAK-Gesundheit insbesondere im betrieblichen Gesundheitsmanagement Chancen zur Prävention. Ziel sei es, arbeitsbedingte Belastungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reduzieren. Unternehmen könnten durch strukturierte Maßnahmen nicht nur Fehlzeiten senken, sondern auch Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten stärken.

Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und demografischem Wandel gewinnt die betriebliche Gesundheitsförderung zunehmend an strategischer Bedeutung für Arbeitgeber in der Region.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu