
Münster. Der Rat der Stadt Münster hat eine zentrale Personalentscheidung getroffen: Christine Zeller übernimmt zum 1. März 2026 das Amt der Stadtdirektorin. Die bisherige Stadtkämmerin wird damit zur allgemeinen Vertreterin von Oberbürgermeister Tilman Fuchs bestellt. Sie folgt auf Thomas Paal, der diese Funktion bislang innehatte.
Die Entscheidung fiel in der Ratssitzung am 11. Februar 2026 und geht auf einen Vorschlag des Oberbürgermeisters zurück.
Mit der Bestellung zur Stadtdirektorin übernimmt Christine Zeller die verwaltungsinterne Vertretung des Oberbürgermeisters. In seiner Abwesenheit trägt sie künftig Verantwortung für die Steuerung der Gesamtverwaltung.
Dazu gehören insbesondere die Koordination zentraler Querschnittsaufgaben wie Digitalisierung, Organisationsentwicklung und Personalsteuerung. Zugleich soll sie darauf hinwirken, dass die Stadt sowohl ihre Finanzstabilität sichert als auch ihre Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge weiterentwickelt.
Die Leitung von Ratssitzungen sowie repräsentative Aufgaben bleiben hingegen bei den ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Diese Funktion übernehmen Klaus Rosenau, Angela Stähler und Maria Winkel, die im November vom Rat gewählt wurden.
Rechtlich handelt es sich bei der Stadtdirektorin um eine Beigeordnete, die vom Rat zur allgemeinen Vertretung des Oberbürgermeisters bestellt wird. In Nordrhein-Westfalen ist diese Konstruktion üblich. Während ehrenamtliche Stellvertretungen vor allem repräsentative Aufgaben übernehmen, liegt die operative Verwaltungsverantwortung im Vertretungsfall bei der Stadtdirektorin.
In Münster trägt diese Funktion die offizielle Dienstbezeichnung „Stadtdirektorin“.
Thomas Paal war seit 2016 Stadtdirektor und damit allgemeiner Vertreter des damaligen Oberbürgermeisters. Bereits seit 2007 gehört er als Beigeordneter dem Verwaltungsvorstand an. Seine Zuständigkeit als Dezernent für Bildung, Jugend, Familie und Sport behält er auch künftig.
Christine Zeller ist seit 2020 Stadtkämmerin der Stadt Münster. Zu ihrem Dezernat zählen Finanzen und Beteiligungen sowie weitere Bereiche wie Migration und Integration und zentrale Rechtsdienstleistungen. Darüber hinaus ist sie in Gremien des Städtetags Nordrhein-Westfalen und des Deutschen Städtetags aktiv.
Politisch blieb die Personalentscheidung nicht unwidersprochen. Die CDU in Münster kritisierte den geplanten Wechsel in der Stadtdirektion bereits im Januar scharf und sprach von einem Vorgehen, das den Eindruck parteipolitischer Motive erwecke. In Stellungnahmen wurde betont, das Amt dürfe kein „parteipolitischer Posten“ sein, zudem wurde die Abberufung von Thomas Paal als fachlich nicht nachvollziehbar bezeichnet und Widerstand angekündigt. Die Grünen im Rat hielten dem entgegen, es gehe um Verwaltungsmodernisierung und die Verzahnung zentraler Querschnittsaufgaben mit der Haushaltslage; eine Abwertung von Paals Arbeit sei damit nicht verbunden.
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