
Münster. Seit September 2025 verwandelt die Licht- und Musikshow „Luminiscence“ den St.-Paulus-Dom regelmäßig in eine immersive Bühne aus Klang, Projektion und Geschichte. Doch Mitte Januar endet das außergewöhnliche Projekt. Die letzte Aufführung ist für den 18. Januar angesetzt – sämtliche Termine sind bereits ausverkauft.
Die Produktion ist Teil des Jubiläumsjahres zur 800-jährigen Grundsteinlegung des Doms und markiert zugleich die erste Realisierung des internationalen Formats in Deutschland. Über mehrere Monate hinweg zog die Show tausende Besucherinnen und Besucher an und sorgte für große Resonanz weit über Münster hinaus.
„Luminiscence“ setzt auf ein aufwendiges 360-Grad-Videomapping, das die Architektur des Doms vollständig einbezieht. Wände, Gewölbe und Pfeiler werden zur Projektionsfläche für Licht, Farben und historische Motive. Ein präzise abgestimmtes Surround-Soundsystem verstärkt die Wirkung und schafft ein geschlossenes Raumerlebnis, das bewusst auf Emotionalität und Atmosphäre setzt.
Erzählt wird die Geschichte des Doms aus seiner eigenen Perspektive. Die Off-Stimme führt durch verschiedene Epochen – von den Anfängen als Kloster „Monasterium“ über Zeiten des Wandels bis hin zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Erzählung verleiht dem Gebäude eine eigene Stimme und verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf ungewöhnliche Weise.
Eine zentrale Rolle spielte während der gesamten Laufzeit die Dommusik Münster, die jede Aufführung live begleitete. Chor und Orgel waren fest in das Konzept eingebunden und sorgten dafür, dass jede Vorstellung trotz identischer Abläufe einen eigenen Charakter erhielt.
Domkapellmeister Alexander Lauer und sein Ensemble standen dabei vor einer besonderen Herausforderung: Mehr als 200 Aufführungen seit September mussten exakt getaktet, musikalisch präzise und zugleich lebendig gestaltet werden. Gerade diese Mischung aus technischer Disziplin und künstlerischer Freiheit prägte den Abend.
Was die Beteiligten besonders bewegt hat, waren die Reaktionen im Dom. Immer wieder kam es zu Zwischenapplaus, stehenden Ovationen und sichtbarer Ergriffenheit. Tränen, stille Momente und lange Nachwirkungen beim Auszug durch den Mittelgang gehörten ebenso dazu wie die vielen positiven Rückmeldungen nach den Vorstellungen.
Die Resonanz war so groß, dass sämtliche Termine bis zum Ende der Laufzeit restlos ausverkauft sind. Zusätzliche Vorstellungen konnten nicht mehr realisiert werden.
Entwickelt wurde „Luminiscence“ von der Kreativagentur Lotchi, produziert in Zusammenarbeit mit Brainpool Live Entertainment und Cape Cross Entertainment Services. In Frankreich begeisterte das Format bereits hunderttausende Menschen, unter anderem in Paris, Bordeaux und Reims. Nach einer Station in Spanien fiel die Wahl für die Deutschlandpremiere bewusst auf Münster – in enger Abstimmung mit dem Bistum und dem Domkapitel.
Mit der letzten Aufführung am 18. Januar endet ein Projekt, das den Dom über Monate hinweg in neuem Licht gezeigt hat. „Luminiscence“ verstand sich nicht als klassische Show, sondern als kulturelle und spirituelle Annäherung an einen historischen Ort – getragen von Musik, moderner Technik und einer klaren dramaturgischen Idee.
Die Lichtshow gliedert sich in vier Akte, die zentrale Phasen der Domgeschichte beleuchten. Im ersten Akt wird die Entstehung des Doms thematisiert – vom Kloster „Monasterium“ bis zur städtischen Entwicklung. Der zweite Akt beschäftigt sich mit dem Wandel durch Licht, Glasmalerei und das Streben nach Erkenntnis. Es folgt der dritte Akt, der das reiche musikalische Erbe und die außergewöhnliche Akustik in den Vordergrund rückt. Im vierten Akt schließlich wird der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert. Trotz aller Zerstörung bleibt der Dom ein Symbol für Kontinuität, Glauben und kulturelle Identität. Diese dramaturgische Struktur verleiht der Show nicht nur Tiefe, sondern auch einen emotionalen Bogen.
Neben der visuellen Gestaltung und der Off-Stimme lebt Luminiscence Münster von der musikalischen Inszenierung. Ein Live-Chor und die historische Domorgel begleiten die Projektionen musikalisch – eine Kombination aus Klang und Bild, die bewusst auf Emotionalisierung setzt. Die Show macht dabei nicht nur die Geschichte sichtbar, sondern auch spürbar.
Ziel der Macher ist es, ehrwürdige Kulturstätten durch Storytelling, Musik und digitale Kunst auf neue Weise zugänglich zu machen – ohne ihren Charakter zu verlieren.
Ingrid Langheld von Brainpool Live Entertainment beschreibt die Idee hinter dem Projekt als „emotionale Reise durch Zeit und Raum“. Ihr Kollege Manuel Meloh von Cape Cross betont die Herausforderungen der technischen Umsetzung: „Die Architektur des Doms erfordert größte Präzision – aber sie belohnt mit einer unvergleichlichen Wirkung.“ Auch Dompropst Hans-Bernd Köppen sieht das Projekt als gelungenen Brückenschlag zwischen Tradition und Gegenwart: „Geschichte ist nicht nur Rückblick, sondern wirkt in unsere Zeit hinein. Luminiscence macht genau das sichtbar.“
Die Show dauert rund 50 Minuten und ist für Besucher aller Altersgruppen geeignet. Kinder bis vier Jahre dürfen kostenlos teilnehmen, sofern sie auf dem Schoß eines Erwachsenen sitzen. Tickets sind online erhältlich, der Vorverkauf startet am 26. Juni. Es wird empfohlen, sich frühzeitig einen Platz zu sichern, da die Nachfrage hoch ist. Frühbucher, die sich über die Warteliste anmelden, erhalten zusätzlich 10 % Rabatt.
Die öffentlichen Vorstellungen starten am 5. September 2025. Tickets sind ab sofort erhältlich – sowohl für Einzelbesucher als auch für Gruppen. Neben regulären Einzeltickets werden spezielle Gruppenrabatte angeboten, die bereits ab 10 Personen gelten. Für größere Gruppen bis 575 Personen sind individuelle Pakete möglich, etwa für Firmenevents oder geschlossene Veranstaltungen.
Alle Informationen zu Preisen, Buchung und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte auf der offiziellen Website:
👉 luminiscence.com/muenster
Gruppenanfragen können direkt an info@myshow.de gerichtet werden.