
Münster. Im Aasee steht erneut ein größerer Eingriff in das Ökosystem an. Der Grund ist ein anhaltendes Ungleichgewicht im Fischbestand, das bereits in der Vergangenheit Folgen für die Wasserqualität hatte. Mit einer gezielten Befischung im April will die Stadt nun gegensteuern und verhindern, dass sich die Lage weiter verschärft.
Eine Untersuchung aus Oktober 2025 zeigt, dass Friedfische wie Brassen, Güster und Rotaugen im Aasee weiterhin dominieren. Ihr Anteil ist deutlich zu hoch, während Raubfische trotz Zuwachs nur rund zwölf Prozent der gesamten Biomasse ausmachen – angestrebt werden etwa 30 Prozent. Dieses Verhältnis gilt als entscheidend für ein stabiles Nahrungsnetz im See, da Friedfische verstärkt Zooplankton fressen, das wiederum Algen reduziert und für klares Wasser sorgt.
Zwischen dem 7. und 20. April lässt die Stadt deshalb gezielt Friedfische entnehmen. Die Arbeiten werden von Berufsfischern durchgeführt, die die Tiere in Zusammenarbeit mit dem Verein für Fischerei und Gewässerschutz „Frühauf“ Münster schonend in andere Gewässer umsetzen. Ziel ist es, den Bestand aktiv zu regulieren, ohne die Fische zu töten.
Bereits seit 2021 steuert Münster den Fischbestand im Aasee durch sogenannte Biomanipulation. Dabei werden Friedfische reduziert und gleichzeitig Raubfische gezielt gefördert. Seit Beginn der Maßnahmen wurden rund 14,6 Tonnen Friedfische entnommen sowie etwa 600.000 Hechtbrütlinge und mehr als 40.000 junge Zander eingesetzt. Für Frühjahr 2026 sind weitere Besatzmaßnahmen geplant, um einen stabilen Gesamtbestand von etwa zehn Tonnen mit rund drei Tonnen Raubfischen zu erreichen.
Die Eingriffe basieren auch auf früheren Entwicklungen im Aasee. Ein zu hoher Friedfischbestand hatte bereits 2018 negative Folgen für das Gewässer und trug zu einem Fischsterben bei. Ohne regelmäßige Regulierung würde sich die Population weiter unkontrolliert entwickeln und das ökologische Gleichgewicht erneut gefährden.
Die Befischung ist Bestandteil der Resilienzstrategie und eines Handlungskonzepts für den Aasee, das der Rat der Stadt Münster 2022 beschlossen hat. Trotz der Maßnahmen bleiben Freizeitaktivitäten wie Bootsverkehr oder Regatten weiterhin uneingeschränkt möglich.
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