
Münster. Nur sechs Tage liegen zwischen zwei Preisverleihungen im Historischen Rathaus, politisch könnten sie kaum weiter auseinanderliegen. Am 25. September erhält Connection e.V. den erstmals vergebenen Alternativen Westfälischen Friedenspreis. Der Verein unterstützt Kriegsdienstverweigerer und Deserteure, die Laudatio hält Margot Käßmann. Am 1. Oktober folgt dann der Internationale Preis des Westfälischen Friedens an die NATO.
Die alternative Preisverleihung beginnt am Freitag, 25. September 2026, um 18 Uhr. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und soll künftig alle zwei Jahre friedenspolitisches Engagement würdigen.
Connection e.V. aus Offenbach besteht seit 1993 und setzt sich international für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure sowie für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein. Der Verein unterstützt Betroffene unter anderem bei rechtlichen Fragen und in Asylverfahren. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf Menschen aus Russland, Belarus und der Ukraine, die den Militärdienst verweigern oder desertiert sind.
Für seine Arbeit wurde Connection e.V. bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Aachener Friedenspreis und dem Internationalen Bremer Friedenspreis.
Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hält die Laudatio auf Connection e.V. und gehört zugleich der Jury des Alternativen Westfälischen Friedenspreises an. Auch der Journalist, Jurist und Publizist Heribert Prantl ist Mitglied des Gremiums.
Vor der Preisverleihung ist auf dem Domplatz von 14 bis 18 Uhr ein öffentliches Friedens- und Kulturfest geplant. Im Mittelpunkt stehen Frieden, Diplomatie und gesellschaftliche Verständigung.
Der Verein hinter dem Alternativen Westfälischen Friedenspreis wurde Ende 2025 gegründet. Anlass war die Entscheidung, den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO zu vergeben. Die Initiatoren kritisieren diese Wahl und verstehen ihre Auszeichnung als friedenspolitischen Gegenentwurf. Organisatorisch sind beide Preise voneinander unabhängig.
Der Kontrast ist deutlich: Während Connection e.V. für die Unterstützung von Menschen ausgezeichnet wird, die sich dem Militärdienst entziehen, erhält wenige Tage später ein Militärbündnis den etablierten Friedenspreis.
Am 1. Oktober wird der Internationale Preis des Westfälischen Friedens an die NATO verliehen. Generalsekretär Mark Rutte soll die Auszeichnung stellvertretend für das Bündnis entgegennehmen. Die Laudatio hält Bundeskanzler Friedrich Merz.
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