
Münster. Der Ansturm auf die drei städtischen Gesamtschulen in Münster hält an – und verschärft sich weiter. Für das Schuljahr 2026/27 stehen 818 Anmeldungen lediglich 378 verfügbaren Plätzen gegenüber. Damit übersteigt die Nachfrage das Angebot erneut deutlich. 440 Kinder werden in den kommenden Tagen eine Absage erhalten.
Bereits im Vorjahr mussten 288 Bewerberinnen und Bewerber abgelehnt werden. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Trend fortsetzt.
Besonders groß ist der Andrang an der Mathilde-Anneke-Gesamtschule. Dort gingen 394 Anmeldungen ein, obwohl nur 162 Plätze zur Verfügung stehen. Rechnerisch bedeutet das 232 Absagen.
Auch an der Gesamtschule Münster-Mitte (237 Anmeldungen bei 108 Plätzen) sowie an der Gesamtschule Münster-West in Roxel (187 Anmeldungen bei 108 Plätzen) reichten die Kapazitäten bei weitem nicht aus. Gerade in Roxel ist der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr auffällig. 2025 lagen die Anmeldungen dort noch bei 112.
Da die Nachfrage die Aufnahmekapazität überstieg, entschied an allen drei Schulen ein Losverfahren über die Vergabe der Plätze. Dieses Verfahren ist nach den landesrechtlichen Vorgaben zulässig, wenn andere Auswahlkriterien ausgeschöpft sind.
Die Anmeldungen für die städtischen Gesamtschulen fanden bereits vom 9. bis 13. Februar statt. Andere Schulformen folgen erst vom 23. bis 26. Februar. Hintergrund ist ein Ratsbeschluss, der das Verfahren für mehrere Jahre vorzieht. Ziel ist es, Familien bei einer Absage die Möglichkeit zu geben, anschließend regulär an anderen städtischen Schulen anzumelden.
Dieses System ist politisch umstritten. Die CDU fordert ein einheitliches und zeitgleiches Anmeldeverfahren für alle Schulformen. Die derzeitige Praxis stelle die Gesamtschulen künstlich in den Vordergrund und verzerrte das Bild des tatsächlichen Elternwillens, so die Position der Partei. Die Stadt verweist dagegen auf die organisatorischen Vorteile für betroffene Familien.
Um die angespannte Situation zu entschärfen, plant die Stadt eine vierte städtische Gesamtschule in Angelmodde. Der Rat hatte bereits Ende 2024 den Grundsatzbeschluss gefasst, im Südosten einen neuen Standort zu entwickeln. Vorgesehen ist eine vierzügige Schule mit gebundenem Ganztag, Sporthalle und Außensportflächen auf dem Gelände des ehemaligen Sauerstoffwerks der Westfalen AG.
Die Vorbereitungen laufen, eine Genehmigungsprüfung bei der Bezirksregierung wurde angestoßen. Angesichts steigender Schülerzahlen und wachsender Nachfrage nach Gesamtschul- und Gymnasialplätzen sieht die Stadt langfristig zusätzlichen Bedarf.
Eltern, deren Kinder keinen Platz an einer der drei städtischen Gesamtschulen erhalten, können ihre Kinder nun an Haupt- und Realschulen, Gymnasien oder der PRIMUS-Schule anmelden. Die entsprechenden Anmeldefristen laufen Ende Februar.
Neben den städtischen Angeboten existiert in Münster zudem eine Gesamtschule in kirchlicher Trägerschaft mit eigener Oberstufe. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen erneut: Der Druck auf das weiterführende Schulsystem in Münster wächst – und die Diskussion um Kapazitäten und Verfahren dürfte weiter anhalten.
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