
Münster. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bereitet den Gewerkschaften zunehmend Sorgen. Angesichts von bundesweit mehr als drei Millionen Arbeitslosen fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dass die Bundesregierung den Kampf gegen Arbeitslosigkeit zur zentralen politischen Aufgabe macht. Auch der DGB-Stadtverband Münster warnt vor einer sich verschärfenden Situation und verlangt entschlossene Maßnahmen von der Bundesregierung.
Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren im Februar 2026 rund 3,07 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Trotz dieser hohen Zahl melden viele Branchen gleichzeitig einen deutlichen Fachkräftemangel. Für den DGB zeigt sich darin ein grundlegendes strukturelles Problem des Arbeitsmarktes.
Die Vorsitzende des DGB-Stadtverbands Münster, Pia Dilling, sieht die Bundesregierung in der Pflicht zu handeln. „Den Kampf gegen Arbeitslosigkeit muss die Bundesregierung sich unverzüglich zur Chefsache machen. Drei Millionen Menschen sind derzeit ohne Arbeit und ohne Perspektive“, erklärte sie.
Besonders kritisch bewertet der DGB die Situation junger Menschen. Nach Einschätzung der Gewerkschaften fehlen vielerorts Ausbildungsplätze. Dadurch geraten zahlreiche junge Menschen ohne Berufsabschluss in eine schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt. „Viel zu wenig Ausbildungsplätze für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger schicken hunderttausende junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss in die Abwärtsspirale“, so Dilling.
Gleichzeitig verweist der DGB auf einen Widerspruch: Während viele Menschen keine Arbeit finden, suchen Unternehmen dringend qualifizierte Fachkräfte. Diese Schieflage deutet aus Sicht der Gewerkschaften auf strukturelle Probleme bei Ausbildung, Qualifizierung und wirtschaftlicher Entwicklung hin.
Der DGB macht für die aktuelle Entwicklung mehrere wirtschaftliche Faktoren verantwortlich. Die Gewerkschaften sehen die Ursachen der Krise nicht bei den Beschäftigten selbst. „Die wirtschaftliche Schwäche haben weder kranke Beschäftigte eingebrockt, noch dass zu wenig gearbeitet wird“, betonte Pia Dilling.
Stattdessen nennt der Gewerkschaftsbund fehlende Investitionen in Infrastruktur und Industrie, mangelnde Planungssicherheit für Unternehmen sowie eine schwache Auftragslage in Teilen der Wirtschaft. Auch Probleme im Zusammenhang mit der Energiewende sowie die geopolitisch angespannte Lage werden als Einflussfaktoren genannt.
Der DGB-Stadtverband Münster fordert deshalb eine umfassende arbeitsmarktpolitische Offensive. Stadtverbandsvorstand Carsten Peters richtet dabei klare Erwartungen an die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz.
„Merz und sein Kabinett müssen an die Arbeit: Es ist höchste Zeit für eine echte Arbeitsmarktoffensive“, erklärte Peters. Konkret fordert der DGB unter anderem massive Investitionen in neue und sichere Arbeitsplätze, einen bundesweiten Qualifizierungspakt sowie bessere Chancen für junge Menschen beim Einstieg in Ausbildung und Beruf.
Ein zentrales Element soll aus Sicht der Gewerkschaften eine verbindliche Ausbildungsgarantie sein. „Mit massiven Investitionen in gute Arbeitsplätze, einem Qualifizierungspakt für die Menschen und einem Jobturbo für die Jungen mit einer echten Ausbildungsgarantie“, so Peters.
Neben wirtschaftspolitischen Maßnahmen fordert der DGB auch eine bessere finanzielle Ausstattung der Arbeitsverwaltung. Arbeitsagenturen und Jobcenter müssten ausreichend Personal und Mittel erhalten, um Weiterbildung zu organisieren und Arbeitssuchende schneller in Jobs zu vermitteln.
Nach Einschätzung der Gewerkschaften ist die Bundesagentur für Arbeit finanziell stark belastet. „Die Bundesagentur für Arbeit ist seit der Corona-Krise schwer angeschlagen“, sagte Peters. Rücklagen seien durch umfangreiche Kurzarbeiterprogramme weitgehend aufgebraucht worden.
Zudem kritisiert der DGB, dass Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber dem Bund die Handlungsspielräume der Behörde einschränken. „Die BA hat in allen Krisen zuverlässig für Millionen Menschen geliefert – mit knappen Kassen wird das auf Dauer nicht mehr zu schaffen sein“, erklärte Peters.
Deshalb fordert der Gewerkschaftsbund eine Änderung der Finanzierung. Kredite des Bundes an die Bundesagentur für Arbeit sollten aus Sicht des DGB in Zuschüsse umgewandelt werden. „Deshalb muss die Koalition aus Krediten Zuschüsse machen“, so Peters.
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