
Münster. Am Neujahrstag haben Jugendliche der Arrahmanmoschee Münster rund um den Aasee eine Aufräumaktion durchgeführt. Im Mittelpunkt stand dabei sowohl der Einsatz für eine saubere Umwelt als auch eine bewusste soziale Entscheidung zum Jahreswechsel. Die Jugendlichen verzichteten auf eigenes Feuerwerk und wollten stattdessen Menschen unterstützen, die in Münster auf Hilfe angewiesen sind. Wie die Moschee mitteilt, sollte die Aktion Verantwortung für Stadtgesellschaft, Umwelt und Mitmenschen miteinander verbinden.
Der Aasee zählt zu den zentralen Erholungsorten Münsters und ist insbesondere nach der Silvesternacht regelmäßig durch Müll, Verpackungen und Feuerwerksreste belastet. Vor diesem Hintergrund entschieden sich die Jugendlichen, aktiv zu werden und den Ort gemeinsam zu reinigen. Dabei ging es nach Angaben der Organisatoren nicht darum, Fehlverhalten anderer zu bewerten, sondern eigenes Verantwortungsbewusstsein praktisch umzusetzen.
Die Wahl des Aasees als Ort der Aktion war aus Sicht der Jugendarbeit naheliegend. Der See ist ein stark frequentierter Treffpunkt für Spaziergänger, Familien und Sporttreibende und zugleich ein sensibler Naturraum. Gerade nach Silvester zeigt sich dort regelmäßig, wie stark öffentliche Flächen durch kurzfristigen Konsum belastet werden. Mit dem Aufräumen wollten die Jugendlichen einen konkreten Beitrag leisten und zugleich auf einen respektvollen Umgang mit gemeinschaftlich genutzten Orten aufmerksam machen.
Dabei knüpft die Aktion auch an aktuelle Entwicklungen in Münster an. Die Stadt wurde im Mai 2025 mit dem European Climate Adaptation Award in Gold ausgezeichnet. Nach Angaben der Stadt ist Münster damit die erste Stadt in Deutschland, die diese Auszeichnung in der höchsten Kategorie erhalten hat. Die Jugendarbeit der Arrahmanmoschee wollte diesen Anspruch aufgreifen und zeigen, dass Umweltverantwortung nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch im Alltag konkret gelebt werden kann.
Neben dem Umweltaspekt stand eine soziale Entscheidung im Mittelpunkt der Aktion. Die beteiligten Jugendlichen entschieden sich bewusst dagegen, zum Jahreswechsel Geld für Feuerwerk auszugeben. Stattdessen sammelten sie Spenden, um Menschen ohne festen Wohnsitz in Münster zu unterstützen. Wie die Moschee mitteilt, werden die gesammelten Beträge durch eigene Mittel ergänzt.
Mit dem Gesamtbetrag sollen in den kommenden Tagen warme Mahlzeiten für obdachlose Menschen in Münster finanziert und verteilt werden. Ziel sei es gewesen, nicht nur symbolisch zu handeln, sondern konkrete Hilfe zu leisten. Die Jugendlichen wollten damit ein Zeichen gegen kurzfristige Ausgaben setzen und gleichzeitig auf soziale Ungleichheit aufmerksam machen, die gerade in der kalten Jahreszeit besonders sichtbar wird.
Begleitend zur Aufräumaktion hat die Moschee Informationsmaterialien zu den Kosten und Folgen von Feuerwerk sowie zur Situation der Obdachlosigkeit in Deutschland veröffentlicht. Diese Informationen richten sich insbesondere an junge Menschen, sollen aber auch darüber hinaus zum Nachdenken über eigenes Konsumverhalten anregen.
Die Aktion war nach Angaben der Organisatoren ausdrücklich offen angelegt. Unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung sei jede helfende Hand willkommen gewesen. Mit dem Einsatz am Aasee wollte die Jugendarbeit der Arrahmanmoschee zeigen, dass Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung und gemeinschaftliches Handeln zusammengehören und das Zusammenleben in Münster aktiv mitgestalten können.
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