Bevölkerungsprognose für Münster: Stadt erwartet deutliches Wachstum bis 2035

Entdecken Sie, wie das Münsterland und Münster beim verfügbaren Einkommen in NRW abschneidet und welche Städte besonders hohe Werte erreichen. Münsters Einwohnerzahl erreicht Rekordwert! Die Stadt wächst weiter und zählt Ende 2024 über 322.700 Menschen. Erfahre hier alle Zahlen und Trends.
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Münster soll in den kommenden Jahren weiter zulegen. Nach der neuen kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt steigt die sogenannte wohnberechtigte Bevölkerung bis Ende 2035 voraussichtlich von 320.728 auf 335.781 Menschen. Das entspräche einem Plus von 15.053 Personen oder 4,7 Prozent. Hinter dieser Zahl verbirgt sich allerdings keine gleichmäßige Entwicklung. Denn während einige Stadtteile stark wachsen und vor allem ältere Altersgruppen deutlich zulegen, rechnet die Stadt in anderen Quartieren und bei mehreren jüngeren Jahrgängen mit einem Rückgang.

Münster wächst trotz negativer Geburtenbilanz weiter

Ausschlaggebend für das erwartete Wachstum ist nach Einschätzung der Stadt vor allem die anhaltende Zuwanderung. Auch in den kommenden Jahren sollen mehr Menschen nach Münster ziehen als die Stadt verlassen. Dadurch wächst die Einwohnerzahl weiter, obwohl die Zahl der Sterbefälle bereits seit 2022 über der Zahl der Geburten liegt. Im Durchschnitt geht die Verwaltung bis 2035 von einem jährlichen Zuwachs um rund 1.505 Menschen aus.

Die Prognose ist für die Stadt weit mehr als eine statistische Momentaufnahme. Sie soll als Grundlage für wichtige Entscheidungen dienen, etwa bei der Planung von Kitas, Schulen, Pflegeangeboten, Sportflächen und Verkehr. Dafür wurde die Entwicklung in 13 Altersgruppen und 45 Stadtteilen genauer ausgewertet.

Vor allem ältere Menschen werden deutlich mehr

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den älteren Altersgruppen. Für die 65- bis 79-Jährigen erwartet die Stadt ein Wachstum von 25,4 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 10.472 Personen. Auch die Zahl der Menschen ab 80 Jahren steigt nach der Prognose spürbar, nämlich um 11,3 Prozent oder 2.157 Personen.

Daran zeigt sich der demografische Wandel in Münster sehr deutlich. Gerade in den Bereichen Altenhilfe und Pflege dürfte der Druck in den kommenden Jahren zunehmen, weil der Bedarf mit einer älter werdenden Bevölkerung zwangsläufig wächst. Die Prognose liefert deshalb auch in diesem Feld wichtige Hinweise für die weitere Infrastrukturplanung.

Bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich ein uneinheitliches Bild

Weniger eindeutig fällt der Blick auf die jüngeren Altersgruppen aus. Bei den unter Dreijährigen geht die Stadt bis 2035 von einem Anstieg um 15,7 Prozent aus, also von 1.130 zusätzlichen Kindern. Dahinter steht die Annahme, dass sich die Geburtenzahlen nach einer Phase der Stagnation ab 2028 langsam wieder erholen könnten.

In den übrigen Altersgruppen unter 16 Jahren zeigt die Tendenz dagegen eher nach unten. Für die Drei- bis Fünfjährigen wird ein Rückgang um 2,7 Prozent erwartet, bei den Sechs- bis Neunjährigen sogar um 9,5 Prozent. Auch die Gruppe der Zehn- bis 15-Jährigen schrumpft laut Prognose um 1,5 Prozent. Damit wächst von den jüngeren Jahrgängen nur die Gruppe der ganz kleinen Kinder, während die übrigen Altersgruppen unter 16 Jahren kleiner werden.

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Besonders stark wachsen der Hafen und Gremmendorf-West

Auch innerhalb des Stadtgebiets verläuft die Entwicklung sehr unterschiedlich. In 28 der 45 ausgewerteten Stadtteile rechnet die Stadt mit einem Bevölkerungszuwachs. Besonders stark fällt dieser am Hafen und in Gremmendorf-West aus. Für den Hafen wird ein Plus von 141,2 Prozent beziehungsweise 1.598 Personen erwartet. In Gremmendorf-West liegt das prognostizierte Wachstum bei 60,2 Prozent oder 4.243 Menschen.

Als Grund nennt die Stadt vor allem Quartiersentwicklungen und Wohnungsbauprojekte, die bereits in die Berechnungen eingeflossen sind. Insgesamt wachsen nach dieser Prognose vor allem die Außenbezirke. Dort steigt die Bevölkerung demnach um 7,4 Prozent. Im Stadtbezirk Mitte fällt das Plus mit 0,7 Prozent dagegen deutlich geringer aus.

In mehreren Stadtteilen wird die Bevölkerung kleiner

Wo neue Wohnungen fehlen und sich die Altersstruktur ungünstig entwickelt, rechnet die Stadt dagegen mit rückläufigen Zahlen. Insgesamt betrifft das 17 Stadtteile. Besonders deutlich fällt der Rückgang in Kreuz, Hiltrup-West, Hiltrup-Mitte und Gremmendorf-Ost aus. In diesen vier Stadtteilen liegt das Minus jeweils bei mehr als 500 Personen.

Die Ursachen sieht die Stadt vor allem in einer geringen oder fehlenden Neubautätigkeit sowie in demografischen Faktoren. Das zeigt, dass das Wachstum Münsters nicht automatisch alle Teile der Stadt erfasst, sondern sich räumlich sehr unterschiedlich verteilt.

Warum die Stadt deutlich höhere Zahlen erwartet als IT.NRW

Die Stadt weist außerdem darauf hin, dass ihre Prognose erheblich von den Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW abweicht. Während Münster bis 2035 ein Wachstum von 4,7 Prozent erwartet, kommt IT.NRW lediglich auf 1,7 Prozent. Der Unterschied erklärt sich vor allem aus der unterschiedlichen Datengrundlage.

Die städtische Berechnung bezieht sich auf die sogenannte wohnberechtigte Bevölkerung. Dazu zählen alle Personen, die in Münster mit Erst- oder Zweitwohnsitz gemeldet sind. IT.NRW nutzt dagegen die Ergebnisse des Zensus 2022 als Ausgangswert und berücksichtigt nur Menschen mit Hauptwohnsitz. Hinzu kommt, dass die Stadt mit laufend aktualisierten Melderegisterdaten arbeitet, während Zensusdaten nur in größeren Zeitabständen neu erhoben und anschließend fortgeschrieben werden.

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