
Münster. Mitten in der Innenstadt, direkt neben der Lambertikirche, sorgt ein möglicher Blindgänger für erhebliche Unsicherheit rund um die geplante Sanierung des Lamberti-Brunnens. Bei Untersuchungen im Vorfeld der Arbeiten wurde ein Verdachtspunkt festgestellt. Die Folge: Umfang, Ablauf und Kosten des Projekts könnten sich grundlegend verändern.
Über eine entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung soll der Bauausschuss im März beraten.
Ursprünglich war für die technische Instandsetzung des Brunnens ein Kostenrahmen von rund 247.000 Euro angesetzt. In der neuen Kalkulation der Verwaltung ist nun von etwa 850.000 Euro die Rede. In dieser Summe sind mögliche zusätzliche Maßnahmen wie Demontage, Restaurierung und Wiederaufbau berücksichtigt.
Eine private Stiftung hat angekündigt, sich mit 370.000 Euro an den Kosten zu beteiligen. Dennoch bleibt für die Stadt ein erheblicher Eigenanteil. Sollte sich der Blindgänger-Verdacht bestätigen, könnten weitere Kosten hinzukommen.
Um Klarheit zu schaffen, wären umfangreiche Sondierungen notwendig. Geplant sind unter anderem Probebohrungen, um den Verdacht in mehreren Metern Tiefe zu überprüfen. Dafür müsste der Brunnen vollständig zurückgebaut werden.
Nach dem Verwaltungsvorschlag sollen diese Untersuchungen im Mai oder Juni stattfinden. Ziel ist es, den Platz rechtzeitig vor dem NRW-Tag Ende August wieder verkehrssicher herzustellen. Sollte sich der Verdacht erhärten, wären Freilegung und gegebenenfalls Entschärfung im Oktober oder November vorgesehen – also noch vor Beginn der Weihnachtsmärkte.
Bestätigt sich der Verdacht auf einen Blindgänger, hätte dies weitreichende Folgen für die Innenstadt. In einem Umkreis von mehreren Hundert Metern könnten Tausende Menschen von einer Evakuierung betroffen sein.
Dass ein solcher Fund nicht ausgeschlossen werden kann, liegt an der Geschichte der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden über Münster große Mengen an Bomben abgeworfen. Ein Teil der Sprengkörper detonierte nicht und kann bis heute in mehreren Metern Tiefe im Boden liegen.
Der Lamberti-Brunnen wurde 1956 in Betrieb genommen. Er ersetzte ein Wasserspiel aus dem Jahr 1909, das im Krieg zerstört worden war. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu technischen Ausfällen. Deshalb sieht die Stadt umfassende Arbeiten als notwendig an, um die Anlage dauerhaft funktionsfähig zu machen.
Ein vollständiger Rückbau würde dabei nicht nur Risiken bergen, sondern auch eine gestalterische Chance bieten: Die sechs ursprünglichen Quellfontänen könnten in ihrer historischen Form von 1956 wiederhergestellt werden.
Unabhängig vom weiteren Verlauf steht bereits fest: Der Lamberti-Brunnen wird in diesem Jahr nicht in Betrieb gehen. Selbst im günstigsten Fall reichen Zeitfenster und Bauabläufe nicht aus, um die Anlage noch in der laufenden Saison sprudeln zu lassen.
Wie es weitergeht, hängt nun von der politischen Entscheidung im Bauausschuss und vom Ergebnis möglicher Sondierungen ab.
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