Bundesverdienstorden: Polenz und Weisband aus Münster ausgezeichnet

Ruprecht Polenz und Marina Weisband aus Münster sind mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden. Steinmeier würdigte ihren Einsatz.
Ruprecht Polenz (Vorsitzender, Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), Foto: www.stephan-roehl.de

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Die Münsteraner Ruprecht Polenz und Marina Weisband sind am Montag, 5. Oktober 2026, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Insgesamt erhielten 21 Bürgerinnen und Bürger anlässlich des Tags der Deutschen Einheit einen Orden. Das Bundespräsidialamt würdigt damit nach eigenen Angaben insbesondere Verdienste um Demokratie, Gemeinwohl und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Bundesverdienstorden für Polenz und Weisband

Der Bundesverdienstorden für Polenz und Weisband trifft in Münster auf zwei unterschiedliche politische Biografien. Der 80-jährige Ruprecht Polenz vertrat Münster von 1994 bis 2013 im Bundestag, war im Jahr 2000 CDU-Generalsekretär und später Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Nach dem Ende seiner Bundestagszeit blieb er insbesondere über soziale Medien politisch präsent.

Marina Weisband studierte Psychologie an der Universität Münster und wurde als politische Geschäftsführerin der Piratenpartei bundesweit bekannt. Heute beschäftigt sie sich vor allem mit politischer Bildung, Digitalisierung und Beteiligungsformaten. Im WDR-Interview zur Ordensverleihung kritisierte die 39-Jährige unter anderem, Demokratie zu stark auf Wahlen zu reduzieren. Bürger müssten auch im Alltag erleben können, dass politische Beteiligung Wirkung habe.

Polenz‘ öffentliche Rolle sorgt auch für Kritik

Gerade Polenz‘ teilweise zugespitzter Stil in sozialen Netzwerken ist allerdings nicht unumstritten. Im Frühjahr 2026 bezeichnete er Befürworter einer von der AfD geduldeten CDU-Minderheitsregierung als „Volksgenossen“. Nach Kritik löschte Polenz den Beitrag und entschuldigte sich öffentlich für die Wortwahl. Die AfD Münster nahm diesen und weitere frühere Beiträge zum Anlass, auch seine Auszeichnung mit dem Bundesverdienstorden scharf zu kritisieren. Die Kritik stammt damit zugleich von einer Partei, mit der sich Polenz seit Jahren besonders intensiv auseinandersetzt.

Auch Polenz selbst sprach anlässlich der Ehrung über politische Fehler und Vertrauensverlust. Gegenüber dem WDR kritisierte er etwa die Kommunikation seiner eigenen Partei bei der Schuldenbremse. Für eine funktionierende Demokratie sei Vertrauen eine zentrale Voraussetzung.

Steinmeier zeichnet insgesamt 21 Menschen aus

Neben Polenz und Weisband wurden unter anderem Navid Kermani, Till Brönner, Nana Mouskouri, Evelyn Zupke und die Holocaust-Überlebende Tova Friedman ausgezeichnet. Steinmeier stellte bei der Verleihung das Engagement für eine lebendige Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt.

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