Busbrände in Kattenvenne, Polizei verfolgt Verdächtige bis nach Münster

Busbrände in Kattenvenne, Polizei verfolgt Verdächtige bis nach Münster
Symbolfoto: Caroline Muffert

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Kattenvenne/Münster. Mehrere Brände auf dem Gelände eines Busunternehmens in Kattenvenne haben am frühen Freitagmorgen einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Wie die Polizei Münster und die Polizei Steinfurt mitteilen, brannten an der Ringeler Straße zwei Busse vollständig aus. Außerdem griff das Feuer auf eine Lagerhalle und auf Bäume auf dem Gelände über. Die Fahndung nach Verdächtigen führte später bis nach Münster, wo sechs Jugendliche nach einer Verfolgungsfahrt gestellt und festgenommen wurden.

Der Einsatz begann nach bisherigen Erkenntnissen gegen 5.09 Uhr. Eine vorbeifahrende Rettungswagenbesatzung bemerkte den Brand eines Busses und meldete den Vorfall. Als Einsatzkräfte an der Ringeler Straße, nahe dem Kreisverkehr zur B 475, eintrafen, war die Feuerwehr bereits mit den Löscharbeiten beschäftigt. Während der Brandbekämpfung wurde die Straße in dem Bereich voll gesperrt.

Feuer auf Betriebsgelände richtet erheblichen Schaden an

Nach Angaben der Polizei weitete sich das Feuer auf dem Gelände des Busunternehmens rasch aus. Aus einem zunächst gemeldeten brennenden Bus entwickelte sich ein größerer Brand, der auf einen zweiten Bus, eine angrenzende Lagerhalle und auf mehrere Bäume übergriff. Beide Busse brannten komplett aus. Der entstandene Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im unteren sechsstelligen Euro-Bereich.

Auch ein benachbartes Wohnhaus war von dem Einsatz unmittelbar betroffen. Vier Personen, die sich dort aufhielten, konnten das Gebäude jedoch unverletzt verlassen. Verletzte gab es nach derzeitigem Stand nicht. Die Feuerwehr blieb mehrere Stunden vor Ort. Erst gegen 9.10 Uhr waren die Löscharbeiten beendet. Anschließend beschlagnahmte die Polizei den Brandort, um die weiteren Untersuchungen zur Ursache und zu den genauen Abläufen aufzunehmen. Wie die Polizei mitteilt, dauern die Ermittlungen zur Brandursache und zu den Gesamtumständen weiterhin an.

Zeugen beobachten Flucht vom Brandort in Richtung Kreisverkehr

Wichtig für die anschließende Fahndung waren Beobachtungen von Zeugen am Brandort. Nach bisherigen Erkenntnissen erkannten sie eine dunkel gekleidete Person, die zu Fuß in Richtung Kreisverkehr flüchtete. Kurz darauf soll diese Person in einen Kastenwagen mit Münsteraner Kennzeichen gestiegen sein. Das Fahrzeug fuhr anschließend auf der Kattenvenner Straße in Richtung Ladbergen davon.

Diese Beobachtungen führten dazu, dass Polizei und Ermittler umgehend nach dem Fahrzeug suchten. Die Fahndung blieb nicht auf den Bereich rund um Kattenvenne und Lienen beschränkt, sondern verlagerte sich wenig später in Richtung Münster. Damit bekam der Fall früh eine zweite Dimension, weil aus dem Brandereignis auf dem Betriebsgelände innerhalb kurzer Zeit auch ein größerer polizeilicher Zugriff mit Verfolgung wurde. Gerade diese Verbindung zwischen Brandort und Fluchtfahrzeug ist für die weiteren Ermittlungen von zentraler Bedeutung.

Verfolgungsfahrt endet nach Crash auf der Kanalbrücke

Im Bereich der Autobahnausfahrt Münster-Nord entdeckten Polizeikräfte das gesuchte Fahrzeug. Die Beamten gaben dem Fahrer nach Angaben der Polizei deutliche Anhaltezeichen. Diesen kam er jedoch nicht nach. Stattdessen beschleunigte der Fahrer den Renault und setzte seine Flucht mit bis zu 120 Stundenkilometern über die Steinfurter Straße in Richtung Münster fort.

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Die Verfolgung führte anschließend durch mehrere Teile des Stadtgebiets. Laut Polizeimitteilung verlagerte sie sich später durch das Kreuzviertel sowie über die Kanalstraße, die Gartenstraße und den Bohlweg weiter in Richtung Schifffahrter Damm. Ihr Ende fand die Fahrt schließlich auf der Kanalbrücke der Königsberger Straße. Dort kollidierte das flüchtende Fahrzeug mit einem stehenden Streifenwagen. Sowohl der Renault als auch der Streifenwagen waren danach nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Trotz der riskanten Fahrweise wurden nach Polizeiangaben keine unbeteiligten Verkehrsteilnehmer gefährdet und keine Personen verletzt.

Sechs Jugendliche festgenommen, Polizei gibt Warnschuss ab

Nach dem Ende der Fahrt konnten alle sechs Insassen des Fahrzeugs von den eingesetzten Beamten gestellt und festgenommen werden. Zwei der Jugendlichen versuchten nach Polizeiangaben noch, zu Fuß zu flüchten. Im Zuge des Einsatzes gab die Polizei einen Warnschuss ab. Auch dabei wurde niemand verletzt.

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um sechs männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren. Die Staatsangehörigkeiten werden mit deutsch, syrisch, kosovarisch, montenegrinisch und niederländisch angegeben. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf der Wache wurden die Jugendlichen an ihre Erziehungsberechtigten übergeben.

Die Ermittlungen laufen nun in mehreren Richtungen weiter. Zum einen geht es um die genaue Ursache der Busbrände in Kattenvenne, zum anderen um die Rolle der festgenommenen Jugendlichen sowie um die Abläufe zwischen dem Brandort und der Verfolgungsfahrt durch Münster. Dass die Polizei Münster und die Polizei Steinfurt die Informationen gemeinsam veröffentlicht haben, zeigt, dass der Fall beide Zuständigkeitsbereiche unmittelbar betrifft.

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