Busso-Peus-Quartier: 900 Wohnungen und Forschung sollen Gievenbeck verändern

In Münster soll an der Busso-Peus-Straße ein neues Quartier mit bis zu 900 Wohnungen, Forschung und grüner Infrastruktur entstehen.
Zwischen dem Wissenschaftspark (rechts) und dem Stadtteilzentrum von Gievenbeck (links) soll ein rund 18 Hektar großes Modellquartier entstehen. Entlang der bestehenden Baumreihen und Wallhecken soll ein Rundweg entstehen, der „Grüne Ring“. ©Stadt Münster

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Münster. Im Westen von Münster nimmt eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre konkrete Formen an. An der Busso-Peus-Straße wollen die Stadt Münster und das Land Nordrhein-Westfalen ein neues Modellquartier entwickeln, das Wohnen, Wissenschaft und nachhaltige Infrastruktur miteinander verbinden soll. Geplant sind dort bis zu 900 Wohnungen sowie rund 2.000 wissenschaftsbasierte Arbeitsplätze. Jetzt haben beide Seiten eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und damit den offiziellen Start für die weitere Entwicklung des Areals gesetzt.

Neues Quartier zwischen Wissenschaftspark und Gievenbeck

Das geplante Modellquartier entsteht auf einer rund 18 Hektar großen Fläche westlich der Busso-Peus-Straße. Das Gebiet liegt zwischen dem Wissenschaftspark und dem Stadtteilzentrum Gievenbeck und befindet sich überwiegend im Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen. Aus Sicht der Stadt ist die Lage besonders interessant, weil dort Wohnen, Arbeiten und Forschung eng miteinander verknüpft werden können.

Busso-Peus-Quartier Münster: Bis zu 900 Wohnungen und 2.000 Arbeitsplätze geplant

Nach den aktuellen Planungen ist im Busso-Peus-Quartier Raum für bis zu 900 Wohnungen vorgesehen. Hinzu kommen Flächen für Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, durch die nach Angaben der Stadt rund 2.000 wissenschaftsbasierte Arbeitsplätze entstehen könnten. Damit gehört das Vorhaben zu den größeren Entwicklungsflächen in Münster.

Die Idee dahinter ist, ein gemischt genutztes Stadtquartier zu schaffen, das nicht nur auf klassische Wohnbebauung setzt. Stattdessen sollen unterschiedliche Funktionen von Beginn an zusammengedacht werden. Wohnen, Forschung, Mobilität und Freiraumplanung werden in einem Gesamtkonzept gebündelt. Für Münster ist das Projekt deshalb auch städtebaulich bedeutsam, weil hier ein neuer Stadtbaustein entstehen soll, der sich deutlich von reinen Wohngebieten oder reinen Gewerbeflächen unterscheidet.

Fraunhofer startet mit Forschungsgewächshaus

Der erste konkrete Baustein des Quartiers steht bereits fest. Im nördlichen Bereich am Gievenbecker Weg plant das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie ein Forschungsgewächshaus. Der Bau soll bis 2030 realisiert werden. Dort soll künftig zur Gewinnung von Naturkautschuk aus Löwenzahn geforscht werden.

Das Thema ist aus Sicht der Forschung besonders relevant, weil es um nachhaltige Lieferketten und nachwachsende Rohstoffe für die Gummiindustrie geht. Nach Angaben der Stadt gibt es bereits praktische Ergebnisse dieser Arbeit. So ist ein Fahrradreifen aus Löwenzahnkautschuk bereits auf den Markt gebracht worden. Das geplante Forschungsgewächshaus gilt damit nicht nur als Einzelprojekt, sondern als Auftakt für eine umfassendere Entwicklung des Fraunhofer-Instituts innerhalb des neuen Quartiers. Damit der Bau möglich wird, läuft bereits die Arbeit an einem Bebauungsplan.

Klimaresilienz und grüne Wege als zentrale Elemente

Städtebaulich soll das neue Quartier nicht nur durch seine Nutzungsmischung, sondern auch durch sein Freiraum- und Klimakonzept auffallen. Geplant ist unter anderem ein zentraler Park, der als grünes Herzstück des Viertels dienen soll. Darüber hinaus sieht das Konzept einen sogenannten Grünen Ring vor. Dieser Rundweg soll entlang bestehender Baumreihen und Wallhecken verlaufen und die verschiedenen Bereiche des Quartiers miteinander verbinden.

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Auch beim Umgang mit Hitze und Starkregen setzt die Planung auf besondere Elemente. Regenwasser soll nach dem Schwammstadtprinzip zurückgehalten und genutzt werden. Zusätzlich sind Frischluftschneisen vorgesehen, die in heißen Sommerphasen zur Abkühlung beitragen sollen. Damit will die Stadt ein Quartier schaffen, das auf die Folgen des Klimawandels reagiert und zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität bietet.

Mobilität soll auch ohne eigenes Auto funktionieren

Ein weiteres zentrales Thema ist die Verkehrsplanung. Nach dem bisherigen Konzept sind Quartiersgaragen vorgesehen, in denen verschiedene Mobilitätsangebote gebündelt werden sollen. Dazu zählen etwa Carsharing-Angebote und Reparaturstationen für Fahrräder. Ergänzt wird das durch ein dichtes Netz an Wegen für Fußgänger und Radfahrer.

Wettbewerb aus Österreich liefert die Grundlage

Die planerische Basis für das Quartier stammt aus einem städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb, der 2024 entschieden wurde. Durchgesetzt hat sich dabei ein Entwurf einer österreichischen Planungsgemeinschaft aus Albert Wimmer ZT GmbH, Knollconsult Umweltplanung ZT GmbH und Zeleny Infrastrukturplanung.

Öffentlichkeitsbeteiligung startet noch im April

Schon vor dem nächsten größeren Informationsstand gibt es einen konkreten Termin zur Beteiligung der Öffentlichkeit. Das Stadtplanungsamt und das Fraunhofer-Institut IME wollen die Pläne für das Forschungsgewächshaus am 28. April um 18 Uhr im Forschungsgebäude CeNTech an der Heisenbergstraße 11 vorstellen.

Busso-Peus-Quartier: Teil einer Entwicklungsstrategie der Stadt Münster

Das Gebiet an der Busso-Peus-Straße ist eines von insgesamt fünf geplanten Modellquartieren in Münster. Zusammen umfassen diese Flächen nach Angaben der Stadt mehr als 120 Hektar. Weitere Modellquartiere sollen in den kommenden Jahren an der Steinfurter Straße sowie entlang des Dortmund-Ems-Kanals entstehen.

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