Coerde liegt vorn: In manchen Stadtteilen hat jeder Zweite eine Einwanderungsgeschichte

Die überraschenden Ergebnisse des Zensus Münster 2022 zeigen, dass das Bevölkerungswachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt. Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen und Details.
Foto: Free Nomad

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In Münster lebt inzwischen ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit eigener oder familiärer Einwanderungsgeschichte. Eine neue städtische Statistik zeigt, wie stark sich die Zusammensetzung der Stadt verändert hat – und wie unterschiedlich die Verteilung innerhalb der einzelnen Stadtteile ausfällt.

Anteil liegt bei 23,7 Prozent der Bevölkerung

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 hatten 76.086 Menschen in Münster eine Einwanderungsgeschichte. Das entspricht 23,7 Prozent der wohnberechtigten Bevölkerung. Grundlage ist eine Gesamtzahl von 320.728 Einwohnerinnen und Einwohnern mit Haupt- oder Nebenwohnsitz.

Die Statistik unterscheidet dabei zwischen zwei Gruppen: Menschen, die selbst nach Deutschland eingewandert sind, sowie deren minderjährige Kinder. Der größere Anteil entfällt auf die Eingewanderten selbst. Sie machen mit 62.168 Personen rund 19,4 Prozent der Bevölkerung aus. Weitere 13.918 Personen sind Kinder, die über ihre Eltern eine Einwanderungsgeschichte haben.

Neuer Begriff ersetzt frühere „Migrationsvorgeschichte“

Mit der aktuellen Auswertung wurde auch die Datengrundlage angepasst. Die Stadt verwendet nun den Begriff „Einwanderungsgeschichte“ anstelle der bisherigen „Migrationsvorgeschichte“. Ziel ist es, die Daten besser mit anderen Kommunen sowie mit Landes- und Bundeswerten vergleichbar zu machen.

Gleichzeitig reagiert die Umstellung auf eine veränderte gesellschaftliche Debatte. Der frühere Begriff galt zunehmend als unpräzise und wurde teilweise als stigmatisierend kritisiert. Die neue Definition soll differenzierter abbilden, wer tatsächlich selbst eingewandert ist und wer in Deutschland geboren wurde.

Deutliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen

Innerhalb des Stadtgebiets zeigen sich große Unterschiede. Besonders hoch ist der Anteil in Coerde: Dort liegt er bei 51,9 Prozent. Auch in Berg Fidel (48,1 Prozent) und Kinderhaus-West (41,2 Prozent) liegt der Wert deutlich über dem städtischen Durchschnitt.

Am anderen Ende der Skala steht das Kreuzviertel mit lediglich 11,2 Prozent. Diese Spannweite verdeutlicht, wie unterschiedlich die Bevölkerungsstruktur innerhalb Münsters ausgeprägt ist. Auch auf Bezirksebene wird das deutlich: Im Norden beträgt der Anteil 40,7 Prozent, im Westen 25,7 Prozent und im Osten 19,3 Prozent.

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Münster unter dem NRW- und Bundesdurchschnitt

Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland liegt Münster insgesamt unter dem Durchschnitt. Während der Anteil von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in NRW bei 31,9 Prozent liegt und bundesweit 25,8 Prozent erreicht, bleibt Münster mit 23,7 Prozent darunter.

Beim Anteil der selbst Eingewanderten zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Mit 19,4 Prozent entspricht Münster exakt dem bundesweiten Durchschnitt.

Leichter Rückgang der Gesamtbevölkerung

Neben der Zusammensetzung hat sich auch die Gesamtzahl der Einwohner leicht verändert. Ende 2025 lebten 1.987 Menschen weniger in Münster als noch ein Jahr zuvor. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur ein zentrales Thema für Stadtplanung und Integration.

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