
Münster. Die geplante Preiserhöhung des Deutschlandtickets sorgt bundesweit für Diskussionen. Ab Januar 2026 soll der Preis von derzeit 58 Euro auf 63 Euro steigen. Damit verteuert sich das Ticket erneut, nachdem es im Mai 2023 noch mit 49 Euro gestartet war. Kritiker warnen, dass diese Entwicklung die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs schwächen und die Verkehrswende insgesamt ausbremsen könnte.
Die Entscheidung fiel auf der Verkehrsministerkonferenz der Länder in München, anlässlich des bundesweiten „Tags der Schiene“. Zwar muss der Bundesrat die Maßnahme noch bestätigen, doch eine Korrektur gilt angesichts knapper Kassen in den 16 Bundesländern als unwahrscheinlich. Besonders brisant: Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung war zugesichert worden, den Preis bis Ende 2029 stabil zu halten. Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Detlef Neuß, bezeichnete die Ankündigung deshalb als „Wortbruch der Politik“.
Auch in Münster wird die Preiserhöhung kritisch gesehen. In einer Pressemitteilung erklärte Werner Szybalski von Pro Bahn Münster: „Gerade auch unsere Stadt wird bei den touristischen Verkehren unter der Preiserhöhung leiden. Zumindest Tagestouristen werden weniger oder mit dem Auto kommen. Beides ist für Münster nicht gut.“ Er erwartet zudem, dass viele Menschen in der Domstadt künftig auf das Deutschlandticket verzichten könnten. Als Alternative verweist er auf das von der SPD initiierte „MünsterAbo“, das für 31 Euro pro Monat genutzt werden kann.
Laut Pro Bahn bedeutet die Preissteigerung nicht nur für Münster, sondern auch für das gesamte Münsterland einen Rückschritt. In der Mitteilung heißt es, dass die zarten Anfänge einer Verkehrswende hin zu mehr Nachhaltigkeit durch den Beschluss ausgebremst würden. Gerade in einer Region, in der viele Pendler auf den ÖPNV angewiesen sind, könnte die steigende Belastung spürbare Folgen haben.
Zur Begründung führen Bund und Länder die steigenden Kosten für Personal, Energie und Infrastruktur an. Derzeit stellen beide Seiten jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich bereit. Zukünftig soll der Ticketpreis dynamisch an einen Kostenindex gekoppelt werden. Das bedeutet, dass weitere Anpassungen über 2026 hinaus wahrscheinlich sind – ein Szenario, das die Debatte um die soziale Verträglichkeit zusätzlich befeuern dürfte.
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