
Münster. Wer die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend in Münster beobachten möchte, braucht vor allem einen freien Blick nach Westen und Nordwesten. Denn die Sonne steht während der entscheidenden Phase bereits sehr tief. In Münster beginnt die Finsternis um 19.16 Uhr, das Maximum wird gegen 20.10 Uhr erreicht, gegen 20.59 Uhr endet das Schauspiel praktisch mit dem Sonnenuntergang. Im Münsterland werden rund 87 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt.
Die Rieselfelder im Norden von Münster gehören zu den besten Standorten. Große Wasserflächen und die offene Landschaft sorgen dafür, dass deutlich weniger Häuser oder Baumreihen den Horizont verdecken als in der Innenstadt. Besonders nach 20 Uhr ist das wichtig, wenn die Sonne immer weiter absinkt. Gute Möglichkeiten bieten die offenen Beobachtungspunkte und der Bereich rund um den Aussichtsturm. Bei der Anreise sollte allerdings beachtet werden, dass die Coerheide teilweise für den normalen Autoverkehr gesperrt ist.
Auch die Kanalbrücke am Hessenweg ist einen Blick wert. Durch die erhöhte Position über dem Dortmund-Ems-Kanal und die offene Landschaft rund um die Rieselfelder bestehen gute Chancen auf einen weiten Blick Richtung Westen und Nordwesten. Häuserzeilen oder große Baumbestände stören dort weniger. Entscheidend bleibt allerdings die konkrete Sichtachse, weshalb es sinnvoll ist, den Standort bereits etwas vor Beginn der Finsternis zu prüfen.
Wer näher an der Innenstadt bleiben möchte, kann die Wiesen an der Sentruper Höhe rund um das LWL-Museum für Naturkunde nutzen. Der Bereich wurde bereits für astronomische Beobachtungen verwendet. Diesmal steht die Sonne jedoch deutlich tiefer. Besucher sollten deshalb einen Platz wählen, an dem keine größeren Bäume den Blick nach Westen oder Nordwesten versperren.
Auch die Aaseeterrassen kommen als Beobachtungsort infrage. Über der Wasserfläche entstehen teilweise lange freie Sichtachsen, sodass besonders der Beginn und das Maximum gut zu sehen sein könnten. Problematisch sind allerdings die zahlreichen Bäume rund um den See. Sobald die Sonne kurz vor 21 Uhr sehr tief steht, kann bereits ein einzelner Baumstreifen die Sicht auf die letzte Phase der Finsternis verdecken.
Außerhalb Münsters gehört die Bruder-Klaus-Kapelle bei Havixbeck zu den interessantesten Möglichkeiten. Die Kapelle liegt erhöht in den Baumbergen und ist von einer offenen Landschaft umgeben. Das schafft gute Voraussetzungen. Wichtig ist allerdings, nicht automatisch die bekannte Aussicht an den Sitzbänken zu wählen, sondern rund um die Kapelle einen Standort mit tatsächlich freiem Blick nach Westen und Westnordwesten zu suchen. Die Sonne steht beim Maximum nur noch rund sieben Grad über dem Horizont.
Ein weiterer Tipp im Münsterland ist der Schöppinger Berg. Er erreicht knapp 158 Meter Höhe, große Teile der Umgebung werden landwirtschaftlich genutzt und sind entsprechend offen. Hinzu kommt ein Aussichtsturm am Nordwesthang. Gerade die Kombination aus Höhenlage und weiter Landschaft macht den Standort für eine Finsternis interessant, bei der die Sonne während des Maximums bereits tief im Westen bis Westnordwesten steht.
Auch das Wetter könnte mitspielen. Nach dem vorliegenden Stand werden für Münster am Abend deutliche Auflockerungen erwartet, gegen 19 und 20 Uhr könnte es überwiegend sonnig sein. Ganz sicher ist eine freie Sicht trotzdem nicht. Bei einer so tief stehenden Sonne reicht schon ein kleines Wolkenfeld unmittelbar am Horizont, um die entscheidende Phase zu verdecken. Ein Blick auf die aktuelle Wolkenentwicklung kurz vor Beginn lohnt sich deshalb.
Wichtig bleibt außerdem der Schutz der Augen. Auch bei rund 87 Prozent Bedeckung darf niemals ohne geeignete Sonnenfinsternisbrille direkt in die Sonne geschaut werden. Alternativ ist eine indirekte Beobachtung beispielsweise mit einer Lochkamera möglich.






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