Fehler beim Energiepark Münster-Süd: Bürgerbeteiligung wird wiederholt

NRW überschreitet 2025 erstmals die Gigawatt-Marke beim Windenergie-Ausbau. Doch fehlende Stromnetze gefährden das Tempo.
Quelle. Bezirksregierung Münster

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Münster. Die Pläne für den Energiepark am Autobahnkreuz Münster-Süd müssen erneut öffentlich ausgelegt werden. Grund ist ein Fehler in der Planzeichnung, die bereits im Winter 2025/26 veröffentlicht worden war. Vom 24. August bis einschließlich 24. September 2026 können Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen zur geplanten Windenergieanlage in Albachten noch einmal einsehen und Stellungnahmen abgeben. Nach Angaben der Stadt soll die Wiederholung das Projekt nicht verzögern.

Fehler in Planzeichnung macht neue Beteiligung nötig

Konkret geht es um die 133. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Münster. Die Wind2B GmbH plant nordwestlich des Autobahnkreuzes Münster-Süd eine Windenergieanlage als Teil eines größeren Energieparks. Die erste öffentliche Auslegung hatte bereits im Winter 2025/26 stattgefunden. Im Mai fasste der Rat den abschließenden Beschluss, im Juli folgte nach Angaben der Stadt die formale Genehmigung.

Nun wird der Beteiligungsschritt wegen des Fehlers in der damaligen Planzeichnung wiederholt. Inhaltlich ändere sich an der Begründung der Planung nichts. Auch bereits eingereichte Stellungnahmen bleiben bestehen und sollen weiterhin in die abschließende Abwägung einfließen.

Windrad soll bis zu 234 Meter hoch werden

Der geplante Energiepark besteht nicht nur aus der Windenergieanlage. Parallel plant die Stadtwerke Münster GmbH eine größere Freiflächen-Photovoltaikanlage. Der Standort liegt im Bereich Getterbach nahe A1, A43 und der Bahnstrecke Münster–Essen.

Für das Windrad ist nach dem bisherigen Planungsstand eine maximale Gesamthöhe von 234 Metern vorgesehen. Die tatsächlich errichtete Anlage soll voraussichtlich zwischen 200 und 234 Meter hoch werden. Für die Photovoltaikanlage war bei der frühen Bürgerbeteiligung eine Fläche von rund 15 Hektar vorgesehen.

Energiepark soll Strom für rund 7.300 Haushalte liefern

Nach den bisherigen Projektangaben soll die Windenergieanlage jährlich rund 13,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Für die Photovoltaikanlage werden weitere rund 13 Millionen Kilowattstunden veranschlagt. Zusammen käme der Energiepark damit auf etwa 26,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Das entspräche bilanziell ungefähr dem Stromverbrauch von 7.300 Haushalten. Nach Berechnungen der Projektträger könnten durch die Anlagen zudem rund 10.700 Tonnen CO₂ pro Jahr vermieden werden. Als bisheriges Ziel für die Fertigstellung des gesamten Energieparks wurde das Jahr 2027 genannt. Dabei handelt es sich allerdings weiterhin um einen Planungsstand.

Rat hatte Planung bereits einstimmig beschlossen

Der Rat der Stadt Münster hatte sich am 20. Mai mit dem Projekt beschäftigt. Neben der Änderung des Flächennutzungsplans wurde auch der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 648 beschlossen. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan fiel einstimmig aus.

Im vorausgegangenen Beteiligungsverfahren hatte es dennoch zahlreiche Einwände gegeben. Bürgerinnen und Bürger äußerten unter anderem Bedenken zu Lärm, Schattenwurf, Natur- und Artenschutz, Landschaftsbild, Abständen zur Wohnbebauung und möglichen Auswirkungen auf Grundstückswerte. Der Rat hielt nach seiner Abwägung dennoch an der Planung fest.

Unterlagen ab 24. August einsehbar

Die Unterlagen werden vom 24. August bis 24. September 2026 erneut veröffentlicht. Sie können online über die Stadtplanung sowie im Stadthaus 3 am Albersloher Weg 33 eingesehen werden. Dort gelten montags bis donnerstags Öffnungszeiten von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr.

Stellungnahmen können während des Auslegungszeitraums schriftlich, per E-Mail, über das Onlineformular oder persönlich zur Niederschrift abgegeben werden. Nach Angaben der Stadt bereitet Wind2B parallel das weitere Genehmigungsverfahren vor, sodass durch die erneute Auslegung keine zusätzliche Verzögerung entstehen soll.

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