Frauenanteil in Räten: Münster liegt landesweit vorne

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Christian Schnettelker, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Der Frauenanteil in der Kommunalpolitik in Nordrhein-Westfalen bleibt weiterhin vergleichsweise niedrig. Aktuelle Daten des Statistischen Landesamtes IT.NRW zeigen, dass Frauen sowohl in kommunalen Vertretungen als auch an der Spitze von Rathäusern und Kreisen deutlich seltener vertreten sind als Männer. Gleichzeitig gibt es einzelne Städte, in denen der Anteil weiblicher Ratsmitglieder deutlich höher liegt. Dazu zählt auch Münster, das im landesweiten Vergleich zu den Kommunen mit besonders vielen Frauen im Stadtrat gehört.

Frauenanteil in kommunalen Räten liegt bei rund einem Drittel

In den Kreistagen sowie in den Räten der kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen sind Frauen weiterhin deutlich in der Minderheit. Nach Angaben von IT.NRW liegt ihr Anteil derzeit bei 33,3 Prozent. Damit ist etwa jedes dritte Mandat mit einer Frau besetzt. Im Vergleich zur vorherigen Kommunalwahl im Jahr 2020 ist dieser Wert leicht gesunken, damals lag der Anteil noch um 1,2 Prozentpunkte höher.

In den Räten der kreisangehörigen Städte und Gemeinden fällt der Frauenanteil noch niedriger aus. Dort liegt er aktuell bei 28,4 Prozent. Gegenüber der Kommunalwahl 2020 entspricht das zwar einem leichten Anstieg um 0,8 Prozentpunkte, dennoch bleibt der Anteil deutlich unter einem Drittel.

Frauen an der Spitze von Rathäusern und Kreisen weiterhin selten

Noch deutlicher wird das Ungleichgewicht bei den Spitzenämtern der kommunalen Verwaltung. In ganz Nordrhein-Westfalen sind derzeit lediglich sechs Frauen als Oberbürgermeisterinnen oder Landrätinnen im Amt. Demgegenüber stehen 48 männliche Amtsinhaber. Daraus ergibt sich ein Frauenanteil von rund 11,1 Prozent. Nach der Kommunalwahl 2020 lag die Zahl der Frauen in diesen Positionen noch bei sieben.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Bürgermeisterämtern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Aktuell gibt es 43 Bürgermeisterinnen und 330 Bürgermeister. Der Anteil weiblicher Amtsinhaber liegt damit bei etwa 11,5 Prozent und ist gegenüber 2020 um 3,2 Prozentpunkte zurückgegangen.

Große Unterschiede zwischen einzelnen Kommunen

Die statistischen Auswertungen zeigen zudem deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Städten und Gemeinden. Während manche Kommunen einen vergleichsweise hohen Frauenanteil erreichen, liegt er andernorts deutlich darunter.

Beispiele für besonders hohe Werte sind laut IT.NRW die Städte Haan und Legden, in denen jeweils rund die Hälfte der Ratsmitglieder Frauen sind. Am anderen Ende der Skala stehen Kommunen wie Nieheim und Hallenberg. Dort sitzt jeweils nur ein weibliches Mitglied im Rat, was einem Anteil von etwa fünf Prozent oder weniger entspricht.

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Münster gehört landesweit zu den Städten mit hohem Frauenanteil

Im landesweiten Vergleich gehört Münster zu den Städten mit besonders vielen weiblichen Ratsmitgliedern. Gemeinsam mit Bonn liegt der Frauenanteil im Rat der Stadt bei 42,42 Prozent. Nur Köln erreicht in der landesweiten Auswertung einen noch etwas höheren Wert.

Der Rat der Stadt Münster umfasst insgesamt 66 Sitze. Ein Anteil von 42,42 Prozent entspricht rechnerisch mindestens 28 weiblichen Ratsmitgliedern. Nach der Kommunalwahl 2025 verteilen sich die Sitze auf mehrere Parteien. Die Grünen stellen mit 21 Mandaten die größte Fraktion, gefolgt von der CDU mit 20 Sitzen. Die SPD verfügt über neun Sitze, die Linke über sechs. AfD und Volt kommen jeweils auf drei Mandate. Die FDP ist mit zwei Sitzen vertreten, hinzu kommen jeweils ein Sitz für Die PARTEI und die ÖDP.

Unterschiede im Wahlverhalten von Männern und Frauen

Auch beim Wahlverhalten zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nach der repräsentativen Wahlstatistik der Stadt Münster lag die Wahlbeteiligung von Frauen bei der Ratswahl 2025 bei 69,6 Prozent und damit etwas höher als bei Männern sowie Personen ohne Angabe oder mit diverser Geschlechtsangabe. Dort lag die Beteiligung bei 67,8 Prozent.

Bei den abgegebenen Stimmen zeigte sich ebenfalls ein unterschiedliches Muster. Frauen entschieden sich in Münster besonders häufig für die Grünen, die bei ihnen auf 35,7 Prozent kamen. Dahinter folgten CDU und SPD. Bei Männern lag dagegen die CDU mit 32,6 Prozent vorn, gefolgt von den Grünen mit 28,3 Prozent. In der Altersstruktur zeigt sich außerdem ein klarer Trend: Während die CDU besonders in älteren Wählergruppen stark ist, erzielen die Grünen vor allem bei jüngeren und mittleren Altersgruppen überdurchschnittliche Ergebnisse.

Studien sehen langfristig nur langsame Fortschritte

Eine Analyse der Ruhr-Universität Bochum kommt zu einem ähnlichen Ergebnis wie die offiziellen Statistikdaten. Demnach lag der Frauenanteil in kommunalen Vertretungen in Nordrhein-Westfalen nach der Kommunalwahl 2025 bei etwa 33,2 Prozent.

Im historischen Vergleich zeigt sich zwar ein langfristiger Anstieg, der Fortschritt verläuft jedoch langsam. Während der Anteil im Jahr 2004 noch bei rund 29,2 Prozent lag, erreichte er 2020 mit 34,4 Prozent einen bisherigen Höchststand. 2025 ging der Wert wieder leicht zurück. Die Studie weist zudem darauf hin, dass der Frauenanteil stark von der parteipolitischen Zusammensetzung der Räte abhängt. In kreisfreien Städten liegt der Anteil weiblicher Mandatsträgerinnen bei den Grünen beispielsweise bei rund 55 Prozent, bei der Linken bei etwa 49,8 Prozent und bei der SPD bei rund 40,2 Prozent. Deutlich niedriger sind die Werte bei CDU, FDP und AfD.

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