Gasometer-Projekt in Münster vor dem Aus: CDU spricht von „Scheitern mit Ansage“

Das ambitionierte Bauvorhaben am Albersloher Weg steht vor einem grundlegenden Neustart. Die bisherigen Planungen für das sogenannte Gasometer-Projekt in Münster sind vom Tisch. Die CDU-Ratsfraktion wertet diese Entwicklung als „Scheitern mit Ansage“ und sieht darin ein Signal für grundsätzliche Probleme in der städtischen Baupolitik. Fraktionschef Stefan Weber erklärte, nun beginne „wieder alles von vorne“. Für die Christdemokraten ist das vorläufige Aus nicht überraschend, sondern Folge struktureller Rahmenbedingungen, die Investitionen zunehmend erschwerten. Geplantes Vorzeigeprojekt mit 14 Geschossen Im denkmalgeschützten Gerüst des ehemaligen Gasometers sollte ein 14-geschossiger Zylinderbau entstehen. Vorgesehen war ein „vertikales Stadtquartier“ mit einer Mischung aus Wohnen, Gewerbe und kulturellen Angeboten. Der Rat hatte 2025 mit dem Bebauungsplan Nr. 626 die planungsrechtliche Grundlage geschaffen. Die Vorhabenträgerin UTB Projektmanagement hat nun die bisherigen Entwürfe zurückgezogen. Als Begründung werden erhebliche Kostensteigerungen genannt. Statt des ursprünglichen Konzepts sollen zwei einfachere Alternativen geprüft werden. Der Nutzungsmix soll nach bisherigen Informationen grundsätzlich erhalten bleiben, allerdings in veränderter baulicher Form. Steigende Baukosten als zentraler Faktor Das Gasometer-Projekt steht nicht isoliert da. Bundesweit sind Bauvorhaben durch steigende Kosten unter Druck geraten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Baupreise für konventionelle Wohngebäude im November 2025 um 3,2 Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig berichten Branchenverbände und Wirtschaftsforschungsinstitute von einem anhaltenden Auftragsmangel im Wohnungsbau. Auch die Zahl der Baugenehmigungen ist rückläufig. Die angespannte Finanzierungslage, hohe Zinsen sowie volatile Material- und Energiekosten führen dazu, dass Investoren Projekte verschieben oder neu kalkulieren müssen. CDU sieht strukturelle Probleme in Münster Für die CDU ist das vorläufige Aus des Projekts jedoch nicht allein auf die konjunkturelle Lage zurückzuführen. Stefan Weber spricht von „überzogenen Vorstellungen“ und zu hohen Standards, die Bauvorhaben zusätzlich verteuerten. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation müsse man sich von sogenannten Goldstandards verabschieden, um Bauen wieder wirtschaftlich möglich zu machen. CDU-Vize Mathias Kersting warnt vor langfristigen Folgen: Ohne ein Umdenken drohe Münster als wachsende Stadt an Dynamik zu verlieren. Tausende preisgünstige Wohnungen könnten schneller entstehen, wenn Verfahren beschleunigt, Flächen mobilisiert und kostentreibende Vorgaben reduziert würden.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Das ambitionierte Bauvorhaben am Albersloher Weg steht vor einem grundlegenden Neustart. Die bisherigen Planungen für das sogenannte Gasometer-Projekt in Münster sind vom Tisch. Die CDU-Ratsfraktion wertet diese Entwicklung als „Scheitern mit Ansage“ und sieht darin ein Signal für grundsätzliche Probleme in der städtischen Baupolitik.

Fraktionschef Stefan Weber erklärte, nun beginne „wieder alles von vorne“. Für die Christdemokraten ist das vorläufige Aus nicht überraschend, sondern Folge struktureller Rahmenbedingungen, die Investitionen zunehmend erschwerten.

Geplantes Vorzeigeprojekt mit 14 Geschossen

Im denkmalgeschützten Gerüst des ehemaligen Gasometers sollte ein 14-geschossiger Zylinderbau entstehen. Vorgesehen war ein „vertikales Stadtquartier“ mit einer Mischung aus Wohnen, Gewerbe und kulturellen Angeboten. Der Rat hatte 2025 mit dem Bebauungsplan Nr. 626 die planungsrechtliche Grundlage geschaffen.

Die Vorhabenträgerin UTB Projektmanagement hat nun die bisherigen Entwürfe zurückgezogen. Als Begründung werden erhebliche Kostensteigerungen genannt. Statt des ursprünglichen Konzepts sollen zwei einfachere Alternativen geprüft werden. Der Nutzungsmix soll nach bisherigen Informationen grundsätzlich erhalten bleiben, allerdings in veränderter baulicher Form.

Steigende Baukosten als zentraler Faktor

Das Gasometer-Projekt steht nicht isoliert da. Bundesweit sind Bauvorhaben durch steigende Kosten unter Druck geraten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Baupreise für konventionelle Wohngebäude im November 2025 um 3,2 Prozent höher als im Vorjahr. Gleichzeitig berichten Branchenverbände und Wirtschaftsforschungsinstitute von einem anhaltenden Auftragsmangel im Wohnungsbau.

Auch die Zahl der Baugenehmigungen ist rückläufig. Die angespannte Finanzierungslage, hohe Zinsen sowie volatile Material- und Energiekosten führen dazu, dass Investoren Projekte verschieben oder neu kalkulieren müssen.

CDU sieht strukturelle Probleme in Münster

Für die CDU ist das vorläufige Aus des Projekts jedoch nicht allein auf die konjunkturelle Lage zurückzuführen. Stefan Weber spricht von „überzogenen Vorstellungen“ und zu hohen Standards, die Bauvorhaben zusätzlich verteuerten. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation müsse man sich von sogenannten Goldstandards verabschieden, um Bauen wieder wirtschaftlich möglich zu machen.

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