GEW aus Münster erhöht den Druck für eine umfassende BAföG-Reform

GEW aus Münster erhöht den Druck für eine umfassende BAföG-Reform
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Die Diskussion um die Zukunft des BAföG gewinnt an Dynamik, auch weil die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Münster deutliche Kritik äußert. Aus Sicht der GEW verschlechtert sich die Situation für Studierende spürbar, während politische Reformen weiter auf sich warten lassen.

Nach Angaben der GEW Münsterland zeigt sich der Handlungsbedarf vor allem an rückläufigen Förderzahlen und steigenden finanziellen Belastungen für Studierende. Gleichzeitig bleibe die Unterstützung hinter den realen Lebenshaltungskosten zurück.

Sinkende Förderquote und geringere Ausgaben verschärfen Lage

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verdeutlicht die Entwicklung, denn die Förderquote ist zuletzt weiter gesunken. Im Jahr 2024 erhielten nur noch 11,6 Prozent der Studierenden BAföG, während es im Jahr zuvor noch 12,6 Prozent waren. Damit erreicht die Förderung nur noch einen kleinen Teil der Studierenden.

Auch bei den staatlichen Ausgaben ist ein Rückgang zu erkennen. Für das BAföG wurden 2024 rund 2,5 Milliarden Euro aufgewendet, während es 2023 noch knapp drei Milliarden Euro waren. Diese Entwicklung bewertet die GEW kritisch, da sie nicht mit den steigenden Kosten für Miete und Lebensunterhalt vereinbar ist.

Hinzu kommt die Struktur der Förderung, denn ein erheblicher Anteil wird als Darlehen vergeben. Viele Studierende müssen daher einen Teil der Unterstützung zurückzahlen, was nach Einschätzung der Gewerkschaft insbesondere junge Menschen aus Nichtakademikerfamilien abschrecken kann.

Auch die durchschnittliche Höhe der Förderung steht in der Kritik. Mit rund 652 Euro im Monat reicht das BAföG aus Sicht der GEW nicht aus, um die tatsächlichen Lebenshaltungskosten zu decken.

GEW fordert höhere Sätze und strukturelle Änderungen

Vor diesem Hintergrund fordert die GEW umfassende Reformen des BAföG-Systems. Die Bedarfssätze sollen deutlich steigen und regelmäßig automatisch angepasst werden, damit sie den realen Kosten entsprechen.

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Zudem müsse die Wohnpauschale stärker an die tatsächlichen Mietpreise angepasst werden. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft höhere Elternfreibeträge, damit wieder mehr Studierende Anspruch auf Förderung haben.

Darüber hinaus geht es um grundlegende strukturelle Änderungen. Die Förderungshöchstdauer soll stärker an reale Studienzeiten angepasst werden, während das BAföG nach Vorstellung der GEW wieder vollständig als Zuschuss gewährt werden soll.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Wiedereinführung des Schüler-BAföG ab Klasse elf. Damit soll die Chancengleichheit im Bildungssystem verbessert werden, weil finanzielle Hürden bereits früh eine Rolle spielen.

Kritisch bewertet die GEW zudem, dass ein umfassender Gesetzentwurf bislang nicht vorliegt. Aus Sicht der Gewerkschaft reichen einzelne Maßnahmen oder kommunikative Ansätze nicht aus, um die strukturellen Probleme der Ausbildungsförderung zu lösen.

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