
Münster. Die GEW in Münster schlägt Alarm. Nach Auffassung der Bildungsgewerkschaft bedrohen die geplante Neuausrichtung und mögliche Kürzungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ bewährte Strukturen der Demokratiebildung. Betroffen wären nach Einschätzung der Gewerkschafter vor allem Schulen, außerschulische Bildungsträger und zivilgesellschaftliche Initiativen, die bei Prävention, Beratung und politischer Bildung seit Jahren wichtige Aufgaben übernehmen.
Aus Sicht der GEW kommt der geplante Umbau zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und pädagogische Fachkräfte seien bereits stark belastet. Gerade deshalb seien Schulen auf verlässliche externe Partner angewiesen, etwa bei Themen wie Medienkompetenz, Diskriminierungsschutz, Diversität oder Radikalisierungsprävention. Wenn diese Unterstützungsangebote geschwächt würden, könnten Bildungseinrichtungen zentrale Hilfen im Alltag verlieren. Die Gewerkschaft warnt davor, dass Unsicherheit in der Förderung langfristig auch die praktische Demokratiearbeit an Schulen beeinträchtigen könnte.
Besonders kritisch bewertet die GEW den Wegfall bzw. die Gefährdung zahlreicher bestehender Projekte. Nach Angaben der Gewerkschaft stehen rund 200 Vorhaben im Raum, die von einem Förderstopp betroffen sein könnten. Damit gerieten Strukturen unter Druck, die Demokratie vor Ort konkret stützten, etwa in der Beratung von Betroffenen, in der Jugendarbeit oder in ländlichen Regionen. Die stärkere Konzentration auf die „Mitte der Gesellschaft“ dürfe nach Ansicht der GEW nicht dazu führen, dass Menschen, die von Gewalt und Diskriminierung betroffen sind, weniger Schutz und Unterstützung erhalten.
Die Gewerkschaft betont, dass Demokratiebildung nicht kurzfristig organisiert werden könne. Entscheidend seien langfristig angelegte Kooperationen, verlässliche Ansprechpartner und Fachwissen, das über Jahre aufgebaut wurde. Gerade mobile Beratungsangebote und externe Bildungsträger bündelten Erfahrung in politischer Bildung, Gewaltprävention und Krisenintervention. Wenn Fachkräfte wegen unsicherer Perspektiven aus dem Arbeitsfeld ausscheiden oder Kapazitäten in neue Anträge statt in konkrete Arbeit fließen, schwäche das die Handlungsfähigkeit von Schulen und Kommunen.
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