
Hunderte Einsatzkräfte, schwieriges Gelände und eine aufwendige Versorgung mit Löschwasser: Der Waldbrand bei Marsberg-Helminghausen beschäftigt Feuerwehren aus weiten Teilen Nordrhein-Westfalens. Auch aus Münster sind zahlreiche Kräfte ins mehr als 100 Kilometer entfernte Sauerland ausgerückt. Die Stadt Marsberg spricht inzwischen vom größten Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahrzehnte im Stadtgebiet.
Das Feuer war am Donnerstag, 13. August, gegen 14 Uhr im Bereich „Zum Birkenhof“ in Marsberg-Helminghausen ausgebrochen. Nach Angaben der Stadt Marsberg breitete sich der zunächst entstandene Flächenbrand aufgrund der anhaltenden Trockenheit schnell auf ein angrenzendes Waldgebiet aus. Rund 35 Hektar Wiesen- und überwiegend städtische Waldflächen seien betroffen. Der WDR berichtete am Freitag zwischenzeitlich von einer größeren Fläche von rund 100 Hektar. Die Angaben zur genauen Ausdehnung unterscheiden sich damit weiterhin.
Der Brand gilt inzwischen als unter Kontrolle, vollständig gelöscht ist er jedoch noch nicht. Wind und Hitze sorgen dafür, dass Glutnester wieder aufflammen können. Besonders die Hanglage erschwert den Einsatz. Nach Angaben des WDR kam es zeitweise auch zu Wipfelfeuern. Spezialfahrzeuge und Unterstützung aus der Luft wurden deshalb bei der Brandbekämpfung eingesetzt.
Die Dimension des Einsatzes ist außergewöhnlich. Nach Angaben der Stadt Marsberg waren seit Ausbruch des Feuers bereits mehr als 650 Einsatzkräfte in wechselnden Schichten beteiligt. Dazu gehören neben Feuerwehren auch Polizei, Rettungsdienst, Deutsches Rotes Kreuz sowie weitere Hilfsorganisationen. Am Freitag befanden sich noch rund 400 Kräfte im Einsatz.
Wegen der gleichzeitig auftretenden Waldbrände im Hochsauerlandkreis wurde zudem in der Rettungsleitstelle in Meschede ein Stab für Sonderlagen eingerichtet. Von dort aus werden unter anderem zusätzliche Kräfte, Fahrzeuge und Material für die verschiedenen Einsatzstellen koordiniert. Kreisbrandmeister Bernd Krause rechnete am Freitagnachmittag damit, dass insbesondere der Brand in Marsberg die Feuerwehr noch länger beschäftigen werde.
Auch die Freiwillige Feuerwehr Münster wurde zur überörtlichen Hilfe angefordert. Seit Donnerstagabend waren zunächst 31 Kräfte aus Münster in Helminghausen im Einsatz. Sie unterstützen die Brandbekämpfung und übernehmen eine wichtige Aufgabe bei der Löschwasserversorgung. Am Freitagnachmittag machten sich weitere Münsteraner Feuerwehrleute auf den Weg ins Sauerland, um die seit dem Vorabend eingesetzten Kräfte abzulösen.
Nach Angaben der Stadt Münster sollen die Einsatzkräfte mindestens bis Samstagmorgen um 6 Uhr vor Ort bleiben. Gemeinsam mit einer Abordnung aus dem Kreis Warendorf umfasst das entsprechende Kontingent 132 Kräfte. Wie lange darüber hinaus noch Hilfe aus anderen Städten und Kreisen benötigt wird, hängt von der weiteren Entwicklung an der Brandstelle ab.
Eine der größten Herausforderungen ist die Versorgung der Einsatzstelle mit ausreichend Wasser. Am Donnerstag hatte die Stadt Marsberg die Bevölkerung deshalb zunächst aufgefordert, den eigenen Trinkwasserverbrauch auf das Notwendigste zu reduzieren. Inzwischen konnte dieser Appell wieder aufgehoben werden.
Mittlerweile kommt ein sogenanntes Hytrans Fire System zum Einsatz. Das Hochleistungssystem fördert Oberflächenwasser aus dem Ausgleichsweiher des Diemelsees über eine längere Strecke zur Einsatzstelle. Dadurch wird das örtliche Trinkwassernetz entlastet und die Versorgung der Löscharbeiten abgesichert. Gerade bei diesem Teil des Einsatzes unterstützen auch Kräfte aus Münster.
Der Einsatz fällt in eine Phase mit hoher Vegetationsbrandgefahr. Erst wenige Tage zuvor hatte die Feuerwehr Münster auf ihre Ausstattung für Wald- und Flächenbrände hingewiesen. Unter anderem stehen vier geländegängige Großtanklöschfahrzeuge zur Verfügung, die jeweils 8.500 Liter Wasser transportieren können. Hinzu kommen geländegängige Fahrzeuge des Katastrophenschutzes und spezielle Ausrüstung für Vegetationsbrände. Welche dieser Fahrzeuge tatsächlich nach Marsberg geschickt wurden, geht aus der aktuellen Mitteilung der Stadt allerdings nicht hervor.
Die Löscharbeiten in Marsberg sollen mindestens bis Samstagmorgen fortgesetzt werden. Auch wenn das Feuer unter Kontrolle ist, müssen Glutnester weiter gesucht und abgelöscht werden. Für die Einsatzkräfte aus Münster bedeutet das einen mehrtägigen Einsatz weit außerhalb des eigenen Stadtgebietes.
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